Idee von Metzger und Direktvermarkter

Grillfleisch aus dem Automaten

Rund um die Uhr Fleisch und Wurst: Immer mehr Metzger bestücken Automaten mit abgepackten Wurst- und Fleischwaren. Im Bild befüllt Thomas Bähr aus Gotha einen Automaten mit frischer Ware. Foto: dpa

Kassel/ Göttingen. Vor 50 Jahren spuckten Automaten nur Zigaretten und Kaugummikugeln aus. Mittlerweile kann man sehr viel mehr auf Knopfdruck ziehen. Seit Neuestem auch Fleisch, Würstchen und Eier:

Wer bisher in der Nacht unbändigen Appetit auf ein frisches Steak oder ein Bratwürstchen verspürte, musste sein Glück an einer Tankstelle versuchen. Nun aber kommen immer mehr Metzger und Landwirte auf den Trichter und stellen Selbstbedienungs-Automaten mit frischem Fleisch, Eiern und Milchprodukten auf. Zugriff für die Kundschaft zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Wachsender Markt

Dirk Hensing, Automaten-Großhändler aus Emsdetten (Westfalen), prognostiziert einen wachsenden Markt. Vor zehn Jahren stellte er in Deutschland als Erster einen Lebensmittel-Automaten auf. Als er vor vier Jahren mit dem Vertrieb der Automaten begann, waren es nach kurzer Zeit 20. Mittlerweile soll es deutschlandweit 600 dieser Selbstvermarktungs-Automaten geben.

Fleischermeister Christian Koithahn aus Hattorf am Harz hat mittlerweile knapp 20 dieser Automaten in Südniedersachsen stehen, darunter auch in Northeim und Göttingen. Für ihn sind die Automaten eine Erfolgsgeschichte, seit er vor sieben Jahren die ersten aufstellte. Allerdings konzentriert sich der Fleischermeister auf eine fünf- bis sechsmonatige Grillsaison. Sein Angebot: Würstchen und Steaks in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen.

Genutzt werden die Automaten vorwiegend an Wochenenden, aber auch zu Nachtstunden, wie Koithahn sagt. Selbst nachts um eins entschlössen sich junge Leute spontan zu Grillpartys und seien froh, Würstchen oder Steaks zu bekommen. Dass die Kundschaft auch in den Automaten einwandfreie Ware findet, garantieren nach Angaben Koithahns eine ausgefeilte Kühltechnik und regelmäßige Kontrollen.

Metzgermeister Thomas Koch aus Calden (Landkreis Kassel) will im nächsten Frühjahr die ersten beiden Lebensmittel-Automaten aufstellen, passend zum Start der Grillsaison, wie er sagt. Einer davon soll Grillgut wie Würstchen und Fleisch vor dem Hauptgeschäft anbieten, der andere am Flughafen Kassel-Calden soll darüber hinaus mit der nordhessischen Spezialität Ahle Wurscht befüllt werden.

„Reich wird man davon sicher nicht“, ist Koch überzeugt. Aber es sei wichtig, nach neuen Vertriebswegen zu schauen, und Trends dürfe man sich nicht verschließen, gibt sich der Metzger überzeugt.

Für Christian Böttcher, Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Lebensmittelhandel, stellen die Lebensmittel-Automaten keine Konkurrenz zum Einzelhandel dar. Der Kunde werde sich weiterhin umfassend im Supermarkt mit Lebensmitteln versorgen und die Automaten lediglich als Ergänzungsangebot wahrnehmen.

Von Peter Kilian

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