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EU-Beschluss: Neuwagen bekommen verpflichtende Tempo-Bremse 

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Von: Lukas Zigo

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Die EU verpflichtet Neuwagen ab 6. Juli 2022 zur Nutzung einiger neuer und alter Assistenzsysteme. Die Überwachung könnte stark zunehmen.

Brüssel/Berlin – Das Tempo auf deutschen Autobahnen ist seit langer Zeit ein Streitthema in der Politik. Während viele die möglichen positiven Aspekte hervorheben, mahnen andere Überwachung, Freiheitsverlust und das Recht auf Selbstbestimmung an. Mit diesem ist es nun vorbei. Neuwagen haben schon heute eine Verbrauchsüberwachungssoftware an Bord, mit der die EU Daten erfasst.

Die EU will jedoch noch mehr am Auto regulieren und fasst dabei der verpflichtenden Tempobremse ins Auge. Neue und erstmals produzierte Fahrzeuge sind schon jetzt verpflichtend damit ausgerüstet (Stichtag ist der 6. Juli 2022). Alle anderen Neufahrzeuge bereits vorgestellter Modellreihen spätestens 2024.

Verkehr auf der A81
Ein Autobahnabschnitt ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. © Sebastian Gollnow/dpa

EU-Regulierungen: Auch Notbremsassistent und Müdigkeit-Warner werden Pflicht

Auch von der verpflichtenden Verbauung anderer Systeme verspricht man sich weniger Verkehrsunfälle. Dazu zählen etwa der Müdigkeit-Warner und Notbremsassistenten. Der neue technische Aufwand dürfte Autos derweil teurer machen, allen voran solche aus dem Niedrigpreis-Segment und Kleinwägen. Viele dieser Helferlein sind im Kompaktwagensegment nichts Neues. Im Premiumsegment sind sie sogar oftmals Standard.

Anzumerken ist, dass manche dieser Assistenzsysteme gerade bei deutschen Autoherstellern mittlerweile längst zum Standard gehörten.

Was ist das intelligente Geschwindigkeitsassistenzsystem „ISA“?

Das intelligente Geschwindigkeitsassistenzsystem (ISA) ist ein System, welches den adaptiven Tempomaten und die Verkehrszeichenerkennung mit dem Navigationssystem kombiniert. Technik also, die moderne Autos bereits an Bord haben. Oft handelt es sich dabei um Kameras, die mit den GPS-Daten der Navigationssysteme verbunden werden. So kann das Auto Geschwindigkeitsbegrenzungen erkennen, den Fahrer auf diese hinweisen und zur Not das Tempo reduzieren.

Allerdings ist ISA nur ein Assistenzsystem. Somit hat der Fahrer stets die Kontrolle über das Fahrzeug und kann das System mit einem Druck auf das Gaspedal überstimmen. Wäre dem nicht so, bestünde auch ein hohes Risiko. Das ISA System ist darüber hinaus auch abschaltbar, es muss jedoch beim Starten des Fahrzeuges stets aktiviert sein.

„Tempo-Bremse“: Was geschieht mit den gesammelten Daten

Ebenfalls an Bord sein wird eine Blackbox. Sie wird zwar keine Strafzettel am laufenden Band ausstellen, sondern soll lediglich die Sekunden vor und nach einem Unfall speichern. Dies soll anonymisiert und in einem geschlossenen System geschehen. Daten werden beispielsweise an die Unfallforschung geschickt und nicht an Versicherungen. Es besteht jedoch das grundsätzliche Problem, dass eine Menge Daten erzeugt werden, deren Nutzung der Fahrer nicht wirklich beeinflussen kann. (lz)

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