HNA-Kommentar

Nicht Israel bedroht Iran - es ist umgekehrt

Seit Wochen kommt es an der Gaza-Grenze zu Konfrontationen mit vielen Toten. Auch Israels Konflikt mit dem Iran heizt sich immer weiter auf. Ein Kommentar von Tibor Pézsa.

Die Präsentation angeblich iranischer Atomdokumente durch den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu hat in Europa mehrheitlich Skepsis ausgelöst. Das ist verständlich.

Zu offensichtlich ist die politische Absicht hinter Netanjahus Vorführung, nämlich US-Präsident Donald Trump ein Argument für die Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran zu liefern. Zu gut in Erinnerung ist auch noch die Erfindung angeblicher Chemiewaffen im Irak zur Begründung des amerikanisch-britisch geführten Irakkriegs von 2003. Kein verantwortlicher Politiker möchte freiwillig wieder einen derartig folgenschweren Waffengang riskieren. Man kann das verstehen.

Doch man muss keine Dokumente erfinden, um zu sehen, dass nicht Israel den Iran bedroht, sondern umgekehrt. Man muss nur hinschauen wollen: Nicht Israel finanziert zigtausende Milizionäre und ihre stetig wachsenden Waffendepots sowie Kriegs- und Unruheherde in der gesamten Region, im Jemen, im Irak, in Syrien und damit am Mittelmeer und auch an Israels Nordgrenze. Es ist der Iran.

An seinen aggressiven, mörderischen Absichten gegenüber Israel lässt nicht einmal Teheran selbst Zweifel. Der Iran destabilisiert seine Nachbarländer, was im Übrigen auch schon die Araber gegen Teheran auf- und an Israels Seite gebracht hat.

Angesichts dieser Lage mag der Fortbestand des Atomabkommens mit dem Iran immer noch die beste aller schlechten Möglichkeiten sein, den Iran auf seinem kriegerischen Weg zu bremsen. Aber die Erfahrung von Appeasement-Politikern mit Diktaturen und ihren aggressiven Zielen lehrt vor allem: Nur eine klare Haltung der Staatengemeinschaft kann die Aggression stoppen. Und das besser vor einem großen Krieg als mit ihm. Auch Deutschland muss hier Haltung zeigen, und zwar eindeutig. 

Rubriklistenbild: © dpa-avis/Iranian Presidency Office/AP/Archiv

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.