Niederlande schicken Ausbilder nach Afghanistan

Den Haag - Ein halbes Jahr nach dem Abzug ihrer Soldaten aus Afghanistan haben die Niederlande einen Einsatz am Hindukusch beschlossen.

Zur Ausbildung von Polizisten sollen 545 Experten sowie Sicherungskräfte vor allem in der nordafghanischen Provinz Kundus eingesetzt werden. Nach zweitägigen Debatten im niederländischen Parlament erklärten am frühen Freitagmorgen bei der entscheidenden Sitzung mehrere kleine Oppositionsparteien ihre Zustimmung und sorgten damit für grünes Licht. Zuvor hatte die Regierung erhebliche Zugeständnisse gemacht.

Für den Einsatz sprachen sich neben den regierenden Rechtsliberalen und Christdemokraten die meisten Abgeordneten der Linksliberalen, von Grün-Links sowie von zwei kleinen christlichen Parteien aus. Auf Ablehnung stieß das Vorhaben bei Sozialdemokraten und Sozialisten sowie auch bei der populistischen Freiheitspartei des Islamgegners Geert Wilders, die eigentlich die wichtigste Stütze der Minderheitsregierung im Parlament ist. Um das Mandat zu bekommen, versprach der rechtsliberale Ministerpräsident Mark Rutte ausdrücklich für eine ausschließlich zivile Nutzung der Ausbildungsmission zu sorgen.

Von der Regierung in Kabul verlange man Garantien, dass die Polizisten nach ihren Trainingskursen auf keinen Fall bei militärischen Aktionen eingesetzt werden, sondern ausschließlich im Rahmen normaler Polizeiarbeit. 

dpa

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