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Niedersachsen: Tafeln blicken mit Sorge auf den Herbst und Winter

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Von: Moritz Serif

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Göttinger Tafel
Lebensmittel liegen in einem Regal der Göttinger Tafel e.V. © Swen Pförtner/dpa/Archivbild

Wegen Inflation und steigender Preise stehen immer mehr Menschen bei den Tafeln an. Allerdings gibt es weniger Lebensmittel zum Verteilen.

Hannover – Die Lage für die Tafeln verschärft sich, da es weniger Ware zum Verteilen, aber mehr Menschen gibt, die für Lebensmittel anstehen. An manchen Standorten ist die Nachfrage zu groß für das Angebot geworden. So aktuell in Hannover, wo die Tafel keine Neuanmeldungen mehr annimmt. Zuvor hatte unter anderem die Tafel Göttingen Alarm geschlagen.

„Das hat mittlerweile eine Größenordnung angenommen, mit der wir nicht mitgewachsen sind“, sagte ein Tafel-Sprecher. Man hoffe, dass das eine Ausnahme bleibe. Allerdings sei die Nachfrage einfach zu groß geworden. Das Problem sei nicht nur das fehlende Personal, sondern unter anderem auch der Mangel an geeigneten Orten für die Lebensmittel-Abgabe. Außerdem sind die Energiekosten aufgrund des Ukraine-Krieges angestiegen.

Tafeln in Niedersachsen: Helfende sind am Limit angelangt

Vor den Abgabestellen der insgesamt 106 Tafeln in Niedersachsen bildeten sich regelmäßig lange Schlangen, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes Niedersachsen/Bremen, Uwe Lampe. Dadurch komme es immer häufiger auch zu Spannungen untereinander. Mitarbeitende sollten deshalb künftig in Deeskalationsstrategien geschult werden. Doch auch die Tafel-Helfende sind am Limit angelangt, da sie seit der Corona-Pandemie nahezu dauerhaft im Einsatz sind. Viele von ihnen bräuchten eine Pause.

Auch die Tafeln in Osnabrück verzeichnen seit Anfang des Jahres einen deutlichen Anstieg der Kunden und Kundinnen. Im August nutzten dort fast 15.000 Menschen die Angebote. Im Februar waren es noch rund 6000 Menschen. Die Tafeln seien so beansprucht wie noch nie, hieß es.

Landesregierung Niedersachsen hat Tafel-Förderung erhöht

Die Landesregierung Niedersachsens hatte ihre Förderung für die Tafeln Mitte September von 8000 Euro auf 50.000 Euro pro Jahr erhöht. Außerdem plane man auch die Bereitstellung von weiteren Mitteln für den Aufbau von Logistikzentren, hatte das Sozialministerium mitgeteilt. 

„Um dem gewaltig gestiegenen Kundenzuwachs zu entsprechen, sind ergänzende Strukturen notwendig, die die Ehrenamtsorganisation nicht allein abdecken kann“, sagte Lampe. Deshalb sei eine schnelle Schaffung von Verteilerzentren, eine zielgenaue Öffentlichkeitsarbeit zur Gewinnung von Ehrenamtlichen und die Stärkung der Koordinierung durch den Landesverband der Tafeln ein in sich richtungsweisendes Gesamtkonzept. (mse/dpa)

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