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Niedersachsen-Wahl: Gelb-grüne Familienbande – Birkner kämpft gegen Habecks Politik

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Von: Christian Stör

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Stefan Birkner und Robert Habeck sind verschwägert. Rücksicht auf die familiären Verhältnisse nimmt der niedersächsische FDP-Spitzenkandidat im Wahlkampf deshalb nicht.

Hamburg/Hannover - FDP-Spitzenkandidat Stefan Birkner kämpft vor der Niedersachsen-Wahl am 9. Oktober um jede Stimme. Dabei nimmt er auch keine Rücksicht auf sein persönliches Umfeld. Dazu gehört nämlich auch der grüne Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, der mit Birkner verschwägert ist. Genau genommen ist Habeck Birkners Schwippschwager, da ihre Ehefrauen Schwestern sind. Die gelb-grüne Familienbande besteht demnach seit 26 Jahren.

Stefan Birkner, Landesvorsitzender und Spitzenkandidat der FDP Niedersachsen.
Stefan Birkner, Landesvorsitzender und Spitzenkandidat der FDP Niedersachsen. © Sina Schuldt/dpa

Niedersachsen-Wahl: Stefan Birkner und Robert Habeck sind verschwägert

Dass er vor der Niedersachsen-Wahl auch gegen Habecks Politik Wahlkampf führt, sieht Birkner aber gelassen. „In der politischen Auseinandersetzung hat er seine Rolle, habe ich meine Rolle. Das ist ein professioneller Umgang“, sagte Birkner dem Spiegel. „Daher halte ich mich nicht mit Kritik an seiner Politik als Bundeswirtschaftsminister zurück und er tut es wohl auch nicht, wenn es um meine Positionen geht.“

So kritisierte Birkner beispielsweise den Plan Habecks, von den drei noch verbliebenen Kernkraftwerken in Deutschland die Anlage im niedersächsischen Lingen nicht in die Reserve für den kommenden Winter zu nehmen. „Wir brauchen in dieser Phase, wo die Energiepreise steigen und wir die Abhängigkeit vom russischen Gas verringern, weiterhin die drei noch verbliebenen Kernkraftwerke in Deutschland am Netz - auch das in Lingen in Niedersachsen“, so Birkner. Der FDP-Politiker, der vor seiner politischen Karriere als Staatsanwalt und Richter arbeitete, schloss nicht aus, dass Habeck seinen Atom-Reserveplan noch einmal überdenken könnte.

Niedersachsen-Wahl: Birkner bleibt sich im Umgang mit Habeck treu

Letztlich bleibt Birkner im Umgang mit Habeck seiner Linie treu. „Unabhängig davon, dass Robert Habeck und ich verschwägert sind, uns kennen und schätzen, halte ich es einfach für einen guten Stil in der Politik, sich nicht persönlich anzugreifen und zu verletzen“, betonte der FDP-Spitzenkandidat bei der Niedersachsen-Wahl. „Das will ich auch weiterhin so handhaben, auch im Umgang mit Robert Habeck.“

In Niedersachsen wird am 9. Oktober ein neuer Landtag gewählt. Bei der Wahl 2017 erzielte die FDP 7,5 Prozent der Stimmen. Birkner geht mit drei Themenschwerpunkten ins Rennen: Digitalisierung, Bildung und Wirtschaft. Außerdem schwebt der FDP ein „Modernisierungsfond“ vor, in dem jährlich 100 Millionen Euro Landesgelder für Projekte angelegt werden. (dpa/cs)

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