Niedersachsens Hochschulen wollen internationaler werden

Hannover. An der kleinen TU Clausthal kommen rund 30 Prozent der Studenten aus dem Ausland. Junge Forscher aus Osteuropa oder Asien sind gefragt. Der Landtag debattiert darüber, wie Niedersachsen sich als attraktiver Hochschulstandort positionieren kann.

Die niedersächsischen Hochschulen wollen sich in den kommenden Jahren internationaler ausrichten. „Wir tun schon eine Menge, aber es gibt zum Beispiel noch Handlungsbedarf bei der Werbung um ausländische Studenten“, sagte der Vorsitzende der Landeshochschulkonferenz, Prof. Jürgen Hesselbach, der Deutschen Presse-Agentur. Auch das Angebot an englischsprachigen Vorlesungen müsse erhöht werden, forderte der Präsident der Technischen Universität Braunschweig.

Im Landtag in Hannover debattieren die Abgeordneten an diesem Mittwoch über Internationalisierungsstrategien der Hochschulen. Nach einem Antrag der SPD- und der Grünen-Fraktion sollte die Landesregierung mit den Hochschulen eine intensivere Internationalisierung vertraglich vereinbaren. Im vergangenen Wintersemester waren rund 15 500 Ausländer unter den insgesamt 170 000 Studierenden. Die Wissenschaftsminister von Bund und Ländern hatten im April eine Strategie für die Internationalisierung der Hochschulen in Deutschland beschlossen.

„In Niedersachsen haben wir bei dem Thema zusätzliche Herausforderungen zu bewältigen“, sagte Hesselbach. Die Standorte seien für Ausländer nicht so attraktiv wie etwa die Metropolen Berlin oder München. Dennoch sollten die Hochschulen eine Quote von 10 bis 20 Prozent ausländische Studierende anstreben. Der Forschernachwuchs aus dem Ausland wird in Zukunft dringend gebraucht, auch weil die Schülerzahlen in Deutschland zurückgehen und dies langfristig nicht damit ausgeglichen werden kann, dass mehr junge Menschen studieren.

Die Hochschulen bemühen sich schon lange um internationale Forschungskooperationen, auch um damit Geldmittel anzuwerben, die nur für länderübergreifende Projekte vergeben werden. Als positives Beispiel einer solchen Zusammenarbeit nannte Hesselbach die deutsch-niederländische European Medical School. Bei dem bundesweit einmaligen Medizinstudiengang kooperiert die Uni Oldenburg mit der Uni Groningen.

Rubriklistenbild: © dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.