Ehemaliger Ratsvorsitzender

Schneider: Christen haben bei Pegida nichts zu suchen

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Nikolaus Schneider hält nichts von Christen, die an Pegida-Kundgebungen teilnehmen.

Dresden - Ende 2014 erhielten die Pegida-Organisatoren in Dresden mit jeder Kundgebung mehr Zulauf. Setzt sich der Trend am Montag fort? Kölns Wahrzeichen bleibt aus Protest gegen Pegida  im Dunkeln.

Begleitet von Protesten will das islamkritische Pegida-Bündnis am Montagabend erstmals im neuen Jahr wieder durch Dresden ziehen. Vor Weihnachten waren rund 17 500 Menschen dem Aufruf der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ gefolgt - so viele wie nie zuvor. Ihr Protest richtet sich gegen die angebliche „Überfremdung“ Deutschlands.

Neben Berlin wollen Ableger der Bewegung auch in Köln auf die Straße gehen. Dort soll allerdings aus Protest gegen die Pegida-Demonstration die Außenbeleuchtung des Doms, das Wahrzeichen der Stadt, abgeschaltet werden.

In Dresden, Berlin und Köln sowie in Stuttgart wird es Gegendemonstrationen geben. Diese wenden sich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und machen sich für ein weltoffenes und tolerantes Deutschland stark. In Dresden haben zwei Musikbands zu einem symbolischen „Neujahrsputz“ des Pegida-Kundgebungsortes aufgerufen.

Kubicki äußert Verständnis für Pegida

Der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Nikolaus Schneider, warnt Christen vor einer Teilnahme an den islamfeindlichen Kundgebungen. „Wir können nicht das Abendland verteidigen, indem wir den Islam als Feind ausrufen“, sagte der im November aus dem Amt geschiedene Schneider der „Rheinischen Post“ (Montag). Christinnen und Christen hätten auf diesen Kundgebungen nichts zu suchen.

Schneider warnte die Politik davor, Forderungen der Pegida-Protestler aufzunehmen: „Hier müssen wir widersprechen und deutlich sagen, dass das Unsinn ist.“

Im Gegensatz zu Schneider äußerte FDP-Vize Wolfgang Kubicki Verständnis für die Protestbewegung Pegida. „Es sollte jedenfalls nicht so sein, dass sich einerseits durch verstärkten Zuzug von Menschen aus islamischen Ländern die Gefährdungslage bei uns in Deutschland erhöht und zum selben Zeitpunkt der Leiter des Bundesamtes für den Verfassungsschutz erklärt, dass er nicht ausreichend Personal habe, um nach Deutschland zurückkehrende IS-Kämpfer zu überwachen“, sagte Kubicki in einem Interview der Zeitung „Die Welt“ (Montag).

Es sei falsch, die Menschen, die sich in Dresden an den Demonstrationen der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ beteiligen, als „ausländerfeindlich“ zu diskreditieren, fügte er hinzu. Kubicki sagte: „Wenn ich in einem Ort XY ein Flüchtlingsheim errichte, kann ich dort nicht gleichzeitig die Polizeistation schließen.“

dpa

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