Noch keine endgültige Entwarnung nach Gas-Unfall im Rheingau

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Oestrich-Winkel. Zwei Tage nach dem Chemieunfall im Rheingau-Ort Oestrich-Winkel haben die Behörden am Mittwoch noch keine endgültige Entwarnung gegeben. "Es gibt noch ein Risiko", sagte der Sprecher des Rheingau-Taunus-Kreises, Christoph Zehler.

Der havarierte Tank mit giftigem Gas in einer Schaumstofffabrik werde weiter gekühlt und überwacht. "Und die Wasserwerfer stehen bereit, um notfalls das Gas niederzuschlagen."

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Die Ursache des Gefahrgutunfalls am Montag ist nach Polizeiangaben weiterhin unklar. Aus dem Tank war eine gefährliche Chemikalie ausgetreten, mehr als zwei Dutzend Menschen wurden verletzt. Die Kriminalpolizei ermittelt mit Unterstützung von Fachleuten des Regierungspräsidiums, des Umweltamtes und eines von der Staatsanwaltschaft beauftragten Gutachters. Auch die Werksleitung der Firma Koepp Schaum GmbH sei vor Ort gewesen, berichtete die Polizei.

Die Werksfeuerwehr werde voraussichtlich am Donnerstag damit beginnen, die Reste der Chemikalie abzupumpen, sagte der Sprecher der Kreisbehörde. Ein Polizeisprecher hatte am Dienstag gesagt, dass die chemische Reaktion im Tank noch bis Donnerstag dauern könnte.

Er wolle auf keinen Fall zu früh Entwarnung geben, sagte Zehler. "Ich bin da sehr vorsichtig. Wir haben schon mal Entwarnung gegeben, und zwei Stunden später hat es geknallt." In der Nacht zum Dienstag war unerwartet noch zweimal Gas aus dem havarierten Chemikalientank der Schaumstofffabrik ausgetreten. Die Behörden hatten wegen des Unfalls erwogen, Hunderte Anwohner aus ihren Häusern in Sicherheit zu bringen.

26 Menschen waren insgesamt bei dem Gas-Unfall verletzt worden, 13 von ihnen wurden zeitweise im Krankenhaus behandelt. Sie hatten über Atem- und Schluckbeschwerden sowie Augenbrennen geklagt. Unter den Verletzten waren 15 Feuerwehrleute und zwei Polizisten.

Unterdessen wurde Kritik an der Informationspolitik der Unternehmensleitung laut. In einer auf der Homepage der Stadt veröffentlichten Mitteilung der Firma ist von einem "ungefährlichen Polyharnstoff" die Rede. Bei Fragen verweist das Unternehmen an das Bürgertelefon der Stadt.

Nach Behördenangaben war die mit der hochgiftigen Blausäure verwandte Chemikalie Isocyanat bei einem Ladevorgang durch ein Sicherheitsventil ausgetreten. Isocyanat verursacht Husten, Atemnot, Schnupfen und Augenreizungen und kann in hoher Konzentration tödlich sein. In der Fabrik werden Schaumstoffe hergestellt, zum Beispiel für Verpackungsmaterial. (dpa)

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