Oder ist es eine Falle für die USA?

Nordkorea: Anzeichen für weiteren Atomtest

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Südkoreanische Soldaten patroullieren die Grenze zu Nordkorea

Seoul - Der Korea-Konflikt schwelt weiter: Das Regime um Diktator Kim Jong Un plant offenbar einen weiteren Atomtest im Norden. Zudem will das Land den gemeinsam mit dem Süden betriebenen Industriepark schließen.

In Nordkorea gibt es nach Angaben der südkoreanischen Regierung Anzeichen für einen bevorstehenden weiteren Atomtest. Das sagte Vereinigungsminister Ryoo Kihl-jae am Montag bei einem Treffen mit Parlamentsabgeordneten in Seoul, wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. Ein Abgeordneter hatte den Minister demnach auf Medienberichte angesprochen, wonach auf dem nordkoreanischen Atomtestgelände in Punggye-ri erhöhte Aktivitäten zu beobachten seien. Man wisse von Hinweisen, dass ein weiterer Test in Planung ist, sagte Ryoo. Einzelheiten nannte er nicht. Die südkoreanische Zeitung „JoongAng Ilbo“ hatte zuvor unter Berufung auf einen hochrangigen Regierungsbeamten in Seoul berichtet, dass in Punggye-ri erhöhte Aktivitäten von Personen und Fahrzeugen beobachtet worden seien. Ähnliche Aktivitäten habe es auch vor dem dritten nordkoreanischen Atomtest im Februar gegeben.

Unklar sei, ob die Aktivitäten tatsächlich Vorbereitungen zu einem neuen Nukleartest seien oder dazu dienten, die USA bewusst in die Irre zu leiten, um dadurch den Druck auf Washington und Seoul zu erhöhen. Militärs in Südkorea bestätigten laut der Zeitung zudem, dass Nordkorea wahrscheinlich den Start einer Mittelstreckenrakete von einer mobilen Raketenstartrampe an der Ostküste vorbereite. Der südkoreanische Präsidentensprecher Kim Haing sagte, der Sicherheitsdirektor erwarte einen Test oder eine andere nordkoreanische Aktion um den Mittwoch herum.

"Nordkorea muss mit schwerer Vergeltung rechnen"

Die USA reagierten gelassen auf die anhaltenden nordkoreanischen Drohungen. Präsident Barack Obama sagte, er wäre nicht überrascht, sollte Nordkorea einen weiteren Atomtest unternehmen. „Sie haben das ja schon in der Vergangenheit getan“, sagte er. Generalstabschef Martin Dempsey sagte der Nachrichtenagentur AP, die USA hätten ihre Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Zwar sei keine Militäraktion Nordkoreas absehbar. „Aber ich kann es nicht darauf ankommen lassen“, sagte Dempsey. Die USA hätten sich auf weitere Provokationen aus Pjöngjang vorbereitet, die er am 15. April, dem Geburtstag des verstorbenen nordkoreanischen Staatsgründers Kim Il Sung, und dem 25. April, dem Gründungstag der nordkoreanischen Streitkräfte, erwarte.

Nach immer neuen Kriegsdrohungen aus Nordkorea und um mögliche Missverständnisse zu vermeiden, hatte die US-Regierung am Wochenende einen für diesen Dienstag geplanten Test einer Interkontinentalrakete verschoben. Der lange geplante Start der Rakete vom Typ Minuteman III habe nichts mit Korea zu tun, aber die USA hätten sich wegen der jüngsten Spannungen auf der koreanischen Halbinsel für die Verschiebung entschieden, sagte ein hoher Beamter des US-Verteidigungsministeriums nach Angaben des US-Senders CNN.

Südkorea drohte dem kommunistischen Regime in Pjöngjang im Falle eines Angriffs mit schwerer Vergeltung. „Wenn ein lokaler Krieg ausbricht, muss Nordkorea mit schwerer Vergeltung rechnen“, sagte der Chef des Nationalen Sicherheitsrates, Kim Jang Soo, am Sonntag.

So inszeniert sich Bubi-Diktator Kim Jong Un

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China zeigte sich „ernsthaft besorgt“ über die jüngste Eskalation der Korea-Krise und forderte alle Beteiligten zum Dialog auf. Das Außenministerium in Peking erklärte, man sei gegen „provozierende Worte und Taten von irgendeiner Partei“.

Der chinesische Präsident Xi Jinping mahnte in diesem Zusammenhang, keinem Land sollte es erlaubt sein, den Weltfrieden zu stören. Er nannte in einer Rede am Sonntag im chinesischen Boao kein Land mit Namen. „Niemandem sollte erlaubt sein, für egoistische Ziele die Region, oder sogar die ganze Welt, ins Chaos zu stürzen“, sagte Xi.

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel hatte sich seit dem letzten Atomtest im Februar zugespitzt. Pjöngjang hatte angesichts der Ausweitung von UN-Sanktionen und südkoreanisch-amerikanischer Militärmanöver den Waffenstillstandsvertrag von 1953 aufgekündigt und den „Kriegszustand“ im Verhältnis zu Südkorea ausgerufen. Seit den 1950er Jahren befinden sich die Nachbarn formell weiter im Krieg.

Koreanisches Industrieprojekt vor dem Aus

Das Regime in Nordkorea will unterdessen nach Medienberichten den Betrieb im innerkoreanischen Industriepark in Kaesong an der Grenze einstellen. Alle 53 000 nordkoreanische Arbeiter in dem Gewerbekomplex in der nordkoreanischen Stadt sollen abgezogen werden, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Montag. Der Industriepark galt als Symbol einer friedlichen Zusammenarbeit der beiden koreanischen Staaten.

Mit der kompletten Schließung würde Nordkorea sich zwar selber schaden. Pjöngjang will aber mit dem Abzug der Arbeiter nach Ansicht von Beobachtern demonstrieren, dass es nicht von südkoreanischem Kapital abhängt. Der zum größten Teil von Südkorea finanzierte Gewerbekomplex war bisher ein wichtiger Devisenbringer für den verarmten, aber hochgerüsteten Norden. Auf zwischen 80 bis 90 Millionen Dollar, so die Schätzungen, würde Nordkorea im Jahr verzichten, sollte der Komplex komplett dichtgemacht werden.

dpa/AP

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