"Die letzten Trümpfe" - Kommentar zur Korea-Krise

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Pjöngjang. Nordkoreas Diktator Kim Jong Un hat seine Atomkriegsdrohungen gegenüber den USA verschärft. Dazu ein Kommentar von HNA-Politikredakteur Jörg S. Carl:

"Man sollte den kleinen korpulenten Mann mit dem Kindergesicht nicht unterschätzen. Ja, der Regimeführer in Pjöngjang denkt, handelt und redet häufig irrational.

Das hat dazu geführt, dass sich der Westen und Nordkoreas letzter verbliebener Partner China über derart selbst gefährdende Destruktivität lange gewundert, Kim Jong Un und seine am Ende auch selbstmörderischen Drohungen nicht ernst genug genommen haben.

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Doch nun scheinen sämtliche Umstände Schlimmes zu verheißen: Nordkorea durchlebt wieder einmal eine existenzbedrohende Krise, das Land ist politisch isoliert wie selten zuvor, die UN-Sanktionen verschärfen die desaströse wirtschaftliche Lage.

Das Regime weiß sich auch diesmal nicht anders zu helfen, als auf die Karte Eskalation der militärischen Gewalt zu setzen. Es nimmt dabei in Kauf, dass ein kleiner Funke einen riesigen, ja atomaren Flächenbrand entfachen könnte.

Die Armee und die Atomwaffen sind die einzigen Trümpfe, die Nordkorea sowohl nach innen als auch nach außen zu bieten hat.

Die in immer kürzeren Abständen ausgestoßenen Kriegsdrohungen dienen hauptsächlich zwei Zwecken: dem eigenen Volk Stärke und Entschlossenheit vorzuführen sowie die Feinde wieder an einen Gesprächsfaden zu erinnern, der vor einiger Zeit abgerissen ist.

Das Kalkül Kim Jong Uns – wenn man ihm denn rationales Denken unterstellt – lautet wie folgt: Als Gegenleistung für die Aufhebung der Sanktionen und für neue Wirtschaftshilfe wäre ich bereit, das Spiel mit dem Feuer zu stoppen. Aus seiner Sicht sind jetzt die Weltmächte am Zug."

So inszeniert sich Diktator Kim Jong Un

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