Angaben aus Pjöngjang werden von USA bezweifelt

Nordkorea: Können Sprengkopf für Atomrakete bauen

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Unbeeindruckt von der Meinung im Rest der Welt: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un.

Seoul - Nordkorea ist nach eigenen Angaben in der Lage, eine ballistische Rakete mit einem passenden Atomsprengkopf zu bestücken.

Man könne sich mit Atomwaffen verteidigen, die klein genug für Raketen seien, wurde ein Sprecher der Nationalen Verteidigungskommission - des wichtigsten Entscheidungsgremiums - von den Staatsmedien zitiert. Das berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. 

Nordkorea unternahm bisher drei unterirdische Atomtests. In Regierungskreisen in den USA und Südkorea herrschte bisher Zweifel, ob Nordkorea schon einen Atomsprengkopf bauen kann, der sich auf eine Rakete montieren lässt.

Zugleich lässt Nordkorea nach anfänglicher Zusage den aus Südkorea stammenden UN-Generalsekretär Ban Ki Moon doch nicht ins Land. Nordkorea habe die Rücknahme der Zustimmung nicht begründet, teilte Ban bei einer Forumsveranstaltung in Seoul mit.

"Es gab keine Erklärung für den Wandel in letzter Minute." Genauso wie Ban äußerte Südkoreas Regierung ihr Bedauern über die Absage.

Ban wollte nach UN-Angaben bei seinem ersten Besuch in Nordkorea am Donnerstag den grenznahen innerkoreanischen Industriepark Kaesong besuchen. Es gehe nicht um eine diplomatische Mission, sondern um die Besichtigung des Fabrikparks, hatte es geheißen. Allerdings hatte Ban seine Hoffnung geäußert, mit seinem Besuch zur Verbesserung der Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea beitragen zu können.

Ban wäre der erste Generalsekretär der Vereinten Nationen seit mehr als 20 Jahren gewesen, der nordkoreanischen Boden betreten hätte. Er wolle keine Mühen scheuen, Nordkorea zu ermutigen, "mit der internationalen Gemeinschaft für Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel und darüber hinaus zusammenzuarbeiten", sagte Ban am Mittwoch. Südkorea unterstütze die UN und Ban in diesen Bemühungen, teilte das Außenministerium in Seoul mit.

Im Industriepark Kaesong arbeiten etwa 53 000 Nordkoreaner für 120 südkoreanische Firmen. Die Unternehmen profitieren vor allem von günstigen Arbeitskräften aus dem weithin abgeschotteten Norden. Allerdings gibt es derzeit Streit wegen der Entscheidung des kommunistischen Regimes in Nordkorea vom Februar, die Löhne für die Arbeiter in dem Industriepark anzuheben. Südkorea kritisierte, dass der Beschluss ohne erforderliche Abstimmung mit Seoul getroffen worden sei.

dpa

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