Drohung oder Friedensgeste?

Nordkorea will die Wiedervereinigung - unter Kim Jong Uns Herrschaft?

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Kim Jong Un bei der Besichtigung einer Pharmafabrik in Pjöngjang.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un sorgt wieder einmal für Unruhe: Sein Land fordert nun die Wiedervereinigung mit Südkorea. Der Vorstoß hat aber einen Haken.

Pjöngjang/Washington - Auf den ersten Blick nimmt es sich als Geste der Versöhnung aus. Für viele Beobachter wirkt sie aber vor allem bedrohlich: Die Regierung Nordkoreas hat in einer Botschaft alle Koreaner zur Wiedervereinigung der beiden Staaten Nord- und Südkorea aufgerufen.

Alle Koreaner sollten den Kontakt, das Reisen und die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern fördern, heißt es laut übereinstimmender Medienberichte in einem von der staatlichen Nachrichtenagentur Nordkoreas veröffentlichten Text. Schon bedenklicher klingt ein Nachsatz: Pjöngjang werde alle Widerstände gegen die Vereinigung „zerschlagen“.

Auch die USA nahm das nordkoreanische Regime in der Mitteilung ins Visier. Militärübungen von „äußeren Mächten“ in Südkorea seien hinderlich für ein friedliches Klima, betonte es. Das US-Militär hatte nach Kim Jong Uns Atomwaffentests zuletzt regelmäßig Übungen in Südkorea abgehalten - auch, um damit zu demonstrieren, dass das Land unter dem Schutz der Vereinigten Staaten steht.

CIA warnte: Kim Jong Un plant Wiedervereinigung „unter seiner Herrschaft“

CIA-Chef Mike Pompeo hatte unabhängig von dem Vorstoß schon am Dienstag vor Expansions-Plänen Kims gewarnt. Kim Jong Uns Ziel sei die Wiedervereinigung der koreanischen Halbinsel "unter seiner Herrschaft", erklärte Pompeo bei eine Rede in Washington.

Nordkorea arbeitet nach Einschätzung der CIA am Aufbau eines umfassenden und zuverlässig einsatzfähigen Atomwaffenarsenals. Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un wolle die Kapazitäten entwickeln, mehrere Atomraketen gleichzeitig abfeuern zu können, sagte Pompeo. Es gehe ihm nicht lediglich darum, mit einem einzelnen erfolgreichen Test einer Atomrakete seine militärische Macht vorzuführen.

Ständiger Austausch von Provokationen mit Trump - Friedensgeste bei Olympia

Kim und US-Präsident Donald Trump hatten sich in den vergangenen Monaten ein mit persönlichen Beleidigungen gespicktes Wortgefecht geliefert, das Ängste vor einem Atomkrieg nährte. Seit Jahresbeginn kam jedoch diplomatische Bewegung in den Konflikt. Erstmals seit mehr als zwei Jahren trafen sich Regierungsvertreter aus Nord- und Südkorea zu direkten Gesprächen.

Dabei kündigte Nordkorea seine Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Südkorea im Februar an - die Damen-Eishockey-Teams beider Länder sollen gar zusammen antreten. Außerdem verständigten sich die seit Jahrzehnten verfeindeten Nachbarstaaten auf Schritte zur militärischen Deeskalation.

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fn/AFP

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