Geheimtreffen geplatzt

Nordkorea zeigt Pence kalte Schulter

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Nordkorea hat kurzfristig ein Treffen mit dem Vize von US-Präsident Trump bei den Olympischen Spielen im südkoreanischen Pyeongchang abgesagt. Foto: YNA

Drohungen und Beleidigungen - so läuft der Konflikt um Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm mit den USA nach außen hin ab. Jetzt wird bekannt, dass Vizepräsident Pence sich insgeheim mit der Schwester von Machthaber Kim Jong Un treffen wollte. Die ließ ihn abblitzen.

Pyeongchang/Washington (dpa) - In letzter Minute hat Nordkorea ein geplantes Geheimtreffen der Schwester von Staatschef Kim Jong Un mit US-Vizepräsident Mike Pence am Rande der Olympischen Winterspiele in Südkorea abgesagt.

Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Washington Post" vom Mittwoch. Sie bedauerte, dass die Nordkoreaner die Gelegenheit nicht ergriffen hätten. Pence habe bei dem Treffen die Notwendigkeit unterstreichen wollen, dass Nordkorea sein Atomwaffen- und Raketenprogramm aufgeben müsse.

Das Treffen mit der einflussreichen Kim Yo Jong, die als enge Beraterin ihres Bruders gilt, sollte am vergangenen Samstag, dem Tag nach der Eröffnungsfeier, im Regierungssitz in Seoul stattfinden, berichtete die Zeitung. Auch das protokollarische nordkoreanische Staatsoberhaupt Kim Yong Nam sollte teilnehmen. Am Morgen habe die nordkoreanische Seite die Pläne noch bestätigt, doch sei die Absage "weniger als zwei Stunden" vorher erfolgt.

Die Nordkoreaner hätten dabei ihren Unmut geäußert, dass Pence vorher neue scharfe Sanktionen angekündigt und sich bei seinem Besuch in Südkorea auch mit nordkoreanischen Überläufern getroffen hatte. Der US-Vizepräsident war der Kim-Schwester und der nordkoreanischen Olympia-Delegation bis dahin demonstrativ aus dem Weg gegangen oder hatte sie ignoriert. Bei der Eröffnungszeremonie am Vorabend hatten die beiden Nordkoreaner direkt hinter ihm gesessen. Einem Abendessen an einem Tisch mit den nordkoreanischen Gästen und Gastgeber Moon Jae In war Pence demonstrativ ferngeblieben.

Die US-Seite hatte dem geplanten Treffen aber schon vor der Abreise von Pence aus den USA am 5. Februar zugestimmt. Die Initiative dafür sei von südkoreanischer Seite ausgegangen, schrieb das Blatt. Details seien aber erst nach seiner Ankunft ausgearbeitet worden. Südkoreas Regierung wollte sich nicht zu dem Bericht äußern. Der Sicherheitsberater des Präsidenten sagte laut Nachrichtenagentur Yonhap nur, die Regierung bemühe sich intensiv, "konstruktive" Gespräche zwischen den USA und Nordkorea zu ermöglichen.

Nach Darstellung des Büros von Pence und Vertretern des Weißen Hauses wollte Pence in dem Gespräch nicht Verhandlungen aufnehmen, sondern vielmehr den Nordkoreanern persönlich die harte Haltung der USA übermitteln, schrieb die "Washington Post". Nach Ansicht von Präsident Donald Trump sollte ihnen klar gemacht werden, dass die US-Seite auch wirklich meine, was sie öffentlich sage.

Nordkorea habe das Treffen hingegen als Köder benutzen wollen, in der Hoffnung, dass der Vize-Präsident seine Position in Südkorea abmildern würde, sagte Pence' Stabschef Nick Ayers laut "Washington Post". Dies wäre ein Propagandaerfolg für das kommunistische Land gewesen. Pence sei aber bei seiner harten Linie geblieben.

Bei dem Besuch der bisher ranghöchsten Delegation aus Nordkorea hatte die Kim-Schwester eine Einladung an Südkoreas Präsident Moon nach Pjöngjang übergeben. Nach eigenen Angaben will Moon aber erstmal warten, bis Nordkorea auch mit den USA ins Gespräch kommt. Washington hat sich wiederholt offen für Gespräche gezeigt, fordert aber als Ziel eine Beseitigung des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms, worauf Machthaber Kim Jong Un bislang nicht eingehen will.

Nach seiner überraschenden Annäherungspolitik gegenüber Südkorea aus Anlass der Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang befürchten Beobachter, dass die Spannungen wieder aufflammen, wenn die Winterspiele am Sonntag und die anschließenden Paralympischen Spiele am 18. März enden. Danach wollen die USA und Südkorea mitteilen, wann sie die Militärmanöver wieder aufnehmen werden, die wegen Olympia zunächst verschoben worden waren.

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