Wieder eine Flucht geglückt 

Im dichtem Nebel: Nordkoreanischer Soldat flieht über die Grenze

Erneut ist ein nordkoreanischer Soldat über die Grenze nach Südkorea geflohen. Die Soldaten Südkoreas gaben Warnschüsse ab. 

Seoul - Der Überläufer entkam am Donnerstag durch das Sperrgebiet zwischen beiden Staaten in den Süden, wie das Verteidigungsministerium in Seoul mitteilte. Südkoreanische Soldaten feuerten Warnschüsse ab, nachdem sich nordkoreanische Grenzwächter offenbar auf der Suche nach dem Überläufer der Grenze näherten. 

Südkoreanische Soldaten hatten den Mann am Morgen mit Überwachungsgeräten entdeckt, als er sich im westlichen Bereich der Grenze bei dichtem Nebel einem südkoreanischen Grenzposten näherte. Es ist die vierte erfolgreiche Flucht eines nordkoreanischen Soldaten in diesem Jahr. 

Nordkoreanische Soldaten jagen Kameraden an Landesgrenze

Vor einem Monat hatte die Flucht eines anderen Soldaten Aufsehen erregt, der von nordkoreanischen Grenzsoldaten angeschossen wurde, die ihn regelrecht jagten. Südkoreanische Soldaten zogen den Verletzten schließlich auf die südliche Seite der Grenze. Er kam in ein Krankenhaus und überlebte. 

Das von der Mission der Vereinten Nationen in Südkorea zur Verfügung gestellte Standbild einer Überwachungskamera zeigt die Flucht des nordkoreanischen Soldaten.

Insgesamt 15 Flüchtlinge in diesem Jahr

Das vier Kilometer breite Grenzgebiet ist mit Minenfeldern und Stacheldraht abgesichert. Seine Durchquerung ist extrem gefährlich. Vor wenigen Tagen waren zwei Zivilisten aus Nordkorea in den Süden geflüchtet. Die beiden wurden auf einem motorlos im Meer treibenden Boot entdeckt und von einer Schiffsbesatzung geborgen, wie die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf das Wiedervereinigungsministerium in Seoul meldete. Insgesamt flohen in diesem Jahr bislang 15 Nordkoreaner auf direktem Weg nach Südkorea - dreimal so viel wie 2016. 

Seit dem Ende des Koreakrieges (1950 bis 1953) liefen insgesamt rund 30.000 Nordkoreaner auf der Flucht vor Armut und Repression in den Süden über. Allein im vergangenen Jahr waren es 1418. Die meisten fliehen zunächst nach China und reisen von dort über Drittstaaten nach Südkorea weiter. 

Lesen Sie auch: Nordkoreas Führung hält Krieg für unausweichlich

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.