Kim Jong Un ist zurück

Nordkoreas Machthaber wieder aufgetaucht

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Kim Jong Un zeigte sich wieder der Öffentlichkeit - mit Gehstock.

Pjöngjang - Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un taucht wieder aus der Versenkung auf. 40 Tage hatten die Staatsmedien nicht mehr von einem Auftritt Kims berichtet - viel Zeit für Spekulationen.

Rund sechs Wochen war er von der Bildfläche verschwunden - nun hat sich Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un wieder in der Öffentlichkeit gezeigt. Kim habe beim Besuch einer neuen Wohnsiedlung für Wissenschaftler in Pjöngjang sowie eines Forschungsinstituts „Feldanweisungen“ gegeben, berichteten die Staatsmedien am Dienstag. Wann genau diese inszenierten Auftritte stattfanden, ging daraus allerdings nicht hervor. Seine wochenlange Abwesenheit wurde nicht kommentiert. Die offizielle Zeitung „Rodong Sinmun“ zeigte Bilder, auf denen zu sehen ist, wie sich der in schwarzem Mao-Anzug gekleidete Kim auf einen Gehstock stützt.

"Es ist noch immer nicht klar, ob er sich von seinem angeblichen 'Unwohlsein' erholt hat oder wie schwerwiegend das war", sagte der Nordkorea-Experte Kim Yeon Chul von der südkoreanischen Universität in Inje. Wichtig sei Pjöngjang aber offenbar gewesen, der internationalen Öffentlichkeit zu zeigen, dass Kim das Land weiter normal regiere. Andere Experten halten das wochenlange Schweigen für eine Taktik, um international im Gespräch zu bleiben.

Der Auftritt dürfte nach Ansicht von Beobachtern die Spekulationen im Ausland um Kims Machtstellung vorerst beenden. So hatten sich neben Spekulationen um eine ernsthafte Erkrankung auch hartnäckig Gerüchte über eine mögliche Entmachtung Kims gehalten. 40 Tage lang hatten die staatlich kontrollierten Medien nicht mehr von Auftritten des Diktators berichtet. Kim ist Anfang 30, sein wirkliches Alter ist unbekannt. Nordkorea ist eines der weltweit isoliertesten Länder.

Die Regierung in Südkorea war dennoch davon ausgegangen, dass Kim stets die Kontrolle über die Regierungsgeschäfte ausgeübt und sich von einer „nicht öffentlich gemachten Krankheit“ erholt habe. Seine Beschwerden seien nicht ernsthaft genug, „um Probleme bei der Machtausübung zu haben“, hatte auch der südkoreanische Generalstabschef Choi Yoon Hee am Montag in Seoul gesagt. Aus Pjöngjang kommende westliche Reisende sagten, es habe auch während der Abwesenheit Kims überall die üblichen Spruchbänder und Ergebenheitsadressen in Richtung des Machthabers gegeben.

Experten in Südkorea vermuteten jetzt, dass das kommunistische Regime bewusst keinen politischen Termin für die Wiederaufnahme von Kims öffentlichen Aktivitäten ausgesucht habe. Damit wolle Kim zeigen, dass er sich nach wie vor um das Wohl der Bürger kümmere und besonders die Arbeit der Wissenschaftler würdige.

Kim zeigte sich den Berichten der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA zufolge mit dem Bauprojekt zufrieden. „Unsere Wissenschaftler sind Patrioten, die ihr Leben dafür hingeben, ein reiches und machtvolles Land aufzubauen“, wurde Kim zitiert. Es sei nötig, sich immer um ihr Wohl zu bemühen.

Kim hatte seit Anfang September keinen öffentlichen Termin wahrgenommen. Auch bei der zentralen Zeremonie zum 69. Gründungstag der herrschenden Arbeiterpartei vor wenigen Tagen fehlte er. Südkoreanische Medien hatten berichtet, Kim habe vermutlich infolge seines Übergewichts Probleme mit den Beinen und leide unter Gicht, Diabetes und Bluthochdruck.

Kim „litt unter Problemen mit dem Bein, und ausländische Ärzte hatten zu seiner Behandlung Nordkorea besucht“, sagte Südkoreas Botschafter in Peking, Kwon Young Se, laut der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap am Dienstag bei einem Besuch von Abgeordneten aus Seoul.

dpa/AFP

 

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