Drei abgestürzte Wracks gefunden

Schickte Nordkorea Spionage-Drohnen gen Süden?

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Eine der gefundenen Drohnen.

Seoul - Die Lage auf der koreanischen Halbinsel ist seit längerem wieder sehr angespannt. Nun wirft Südkorea dem Norden vor, Spionage-Drohnen geschickt zu haben.

Nach dem Fund dreier abgestürzter Drohnen in Südkorea hat sich nach Angaben der Regierung in Seoul der Verdacht bestätigt, dass sie Nordkorea zu Spionagezwecken geschickt hatte. Die Analyse der Datenspeicher an Bord durch südkoreanische und amerikanische Experten habe eindeutig ergeben, das die unbemannten Flugzeuge im Nachbarland gestartet seien, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul am Donnerstag mit. Das Ministerium warf dem kommunistischen Regime im Norden militärische Provokation vor.

„Das Eindringen nordkoreanischer Drohnen ist eine Verletzung des Waffenstillstandsvertrags und des innerkoreanischen Nichtangriffspakts“, hieß es. Die Streitkräfte würden über das UN-Kommando in Südkorea eine strikte Warnung an Nordkorea übermitteln. Beide Länder befinden sich seit dem Ende des Korea-Kriegs (1950-53) völkerrechtlich nach wie vor im Kriegszustand, da bis heute kein Friedensvertrag geschlossen wurde.

Drohnen sollten nach Einsatz eigentlich zurückfliegen

Die Wracks der Drohnen, die nach südkoreanischen Angaben von simpler Bauweise waren, wurden im März und April an verschiedenen Orten unweit der See- und Landesgrenze sichergestellt. Südkorea hatte schon zuvor offen den Verdacht geäußert, dass sie vom Nachbarland geschickt worden seien. Nordkorea hatte den Verdacht zurückgewiesen und Süden vorgeworfen, Lügenmärchen zu erzählen.

Der Fund hatte insbesondere angesichts der zunehmenden Spannungen auf der koreanischen Halbinsel große Sorgen um die Zuverlässigkeit der südkoreanischen Flugabwehr ausgelöst. Nach der Verurteilung seiner Tests von zwei Mittelstreckenraketen Ende März durch den Weltsicherheitsrat hatte Nordkorea mit einem neuen Atomtest gedroht. Nach Einschätzung Südkoreas könnte das Nachbarland den Test jederzeit durchführen.

Die Drohnen seien so programmiert gewesen, dass sie nach ihrem Einsatz eigentlich wieder zurückfliegen sollten, hieß es in Seoul. Gemäß den eingegebenen Koordinaten führte ihr Kurs über militärische Anlagen in Südkorea. Auf den Speicherkarten zweier Drohnen waren unter anderem auch Fotos von Grenzregionen sowie des Präsidentenpalastes in Seoul zu sehen. Südkorea geht davon aus, dass Nordkorea die Drohnen auf der Grundlage importierter chinesischer Geräte gebaut hat.

dpa

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