Fünf Tote

Attentat in Norwegen: Todesschütze vermutlich psychisch krank

Nach dem tödlichen Angriff im norwegischen Kongsberg mehren sich Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit des mutmaßlichen Täters.

+++ 15.25 Uhr: Nach der Vernehmung des mutmaßlichen Todesschützen im norwegischen Kongsberg hält die Polizei es für wahrscheinlich, dass der Mann psychisch krank ist. „Unsere Hypothese ist, dass der Hintergrund eine Erkrankung ist“, sagte Polizeiinspektor Thomas Omholt am Freitag bei einer Pressekonferenz. Bislang werde ihm keine Terrortat, sondern fünffacher Mord vorgeworfen. Das werde allerdings fortlaufend neu bewertet, so Omholt.

+++ 13.45 Uhr: Nach dem tödlichen Angriff mit Pfeil und Bogen in der norwegischen Stadt Kongsberg muss der Tatverdächtige für mindestens vier Wochen unter ärztlicher Aufsicht in Untersuchungshaft. Das hat ein Gericht in Buskerud am Freitag entschieden. Die ersten zwei Wochen muss er demnach isoliert verbringen. Außerdem verhängte das Gericht ein Besuchs-, Medien- und Briefverbot. Es mehren sich Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit des Mannes. Menschen aus dem Umfeld des Mannes sagten dem norwegischen Rundfunk NRK, der Däne leide seit langem unter psychischen Problemen und sei schon als Jugendlicher ein Außenseiter gewesen. Der Anwalt des Mannes teilte mit, dass sein Mandant von Rechtspsychiatern untersucht werden solle.

Es mehren sich Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit des Mannes, der im norwegischen Kongsberg fünf Menschen getötet haben soll.

Anschlag in Norwegen: Angreifer muss in ärztliche Behandlung 

Die Polizei hat inzwischen weitere Details zum Tathergang bekannt gegeben: Demnach trafen zwei Beamte zum ersten Mal in einem Supermarkt auf den Täter. Sie wurden mit Pfeilen beschossen und kamen nicht in eine Position, von der aus sie auf ihn schießen konnten, wie ein Polizeisprecher sagte. Während die Beamten Schutzkleidung holten, gelang dem Täter die Flucht. Danach lief der Täter weiter durch die Innenstadt und drang auch in Wohnungen ein, wo er Menschen tötete. Die Polizei vermutet, dass alle fünf Opfer getötet wurden, nachdem der Mann zum ersten Mal mit der Polizei zusammengetroffen war. Staatsanwältin Ann Irén Svane Mathiassen sagte dem Fernsehsender TV2, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass der Mann die Tat geplant habe. „Es deutet auch nichts darauf hin, dass es eine Situation im Laden gab, die dies ausgelöst hat.“ Weitere Verhöre seien vorerst nicht geplant.

Norwegen: Polizei hegt Zweifel – Psyche des Täters im Fokus

Update vom Freitag, 15.10.2021, 6.15 Uhr: Nach der Gewalttat mit fünf Toten im norwegischen Kongsberg soll der Tatverdächtige heute einem Haftrichter vorgeführt werden. Außerdem sollen Rechtspsychiater sich ein Bild machen, ob der 37-Jährige zurechnungsfähig ist. Nach Angaben seines Anwalts wurde nach den Verhören entschieden, dass der psychische Zustand seines Mandanten genauer untersucht werden solle. „Das weist darauf hin, dass nicht alles am richtigen Platz ist“, sagte Verteidiger Fredrik Neumann der Zeitung Verdens Gang.

Nach Angaben des norwegischen Rundfunks hat der Däne einer Untersuchungshaft bereits zugestimmt. „Er versteht, was er getan hat“, so sein Anwalt.

Norwegen steht unter Schock. Am Mittwochabend tötete ein Mann insgesamt fünf Menschen mit Pfeil und Bogen.

Norwegen: Jugendfreund warnte vor Täter von Kongsberg - 37-Jähriger gibt Erklärung ab

+++ 18.00 Uhr: Der Sicherheitsdienst der norwegischen Polizei ist mit seiner Einschätzung des tödlichen Angriffs in Kongsberg als Terrorhandlung am Donnerstag ein wenig zurückgerudert. In einer Pressekonferenz sagte der Chef des PST: „Die Tat wirkt wie ein Terrorakt, aber wir kennen die Beweggründe des Täters nicht.“

Die Menschen in Kongsberg trauen um die Opfer.

Der 37-jährige Däne, der beschuldigt wird, am Mittwochabend in der norwegischen Kleinstadt Kongsberg fünf Menschen getötet zu haben, sei im Gesundheitswesen ein- und ausgegangen. PST-Chef Hans Sverre Sjøvold betonte, dass die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien. Es sei aber richtig, dass der Mann dem PST bekannt gewesen sei.

Norwegen: Täter gibt umfassende Erklärung ab

Die Staatsanwältin teilte unterdessen mit, dass der Mann eine umfassende Erklärung abgegeben habe. Er habe sein Tun auch begründet, doch man wolle die Details nicht der Öffentlichkeit mitteilen.

Ein alter Jugendfreund des inhaftierten Mannes sagte in einem Interview mit der Internetzeitung Nettavisen, er habe die Polizei bereits 2017 informiert, dass er seinen Freund für gefährlich halte. Norwegische Medien berichteten über Youtube-Videos, in denen ein Mann, bei dem es sich um den Verdächtigen handeln soll, sich als Muslim bezeichne und eine Handlung angekündige. Ein Sprecher des Sicherheitsdienstes sagte, er kenne das Video nicht und könne auch nicht bestätigen, dass es sich darin um den Inhaftierten handelt. Es sei aber sehr wahrscheinlich.

+++ 13.55 Uhr: Der Sicherheitsdienst der norwegischen Polizei (PST) stuft den tödlichen Angriff in Kongsberg mit fünf Toten von Mittwochabend als Terrorhandlung ein. Das teilte die PST am Donnerstag mit. Zum Motiv wird demnach weiterhin ermittelt.

Norwegen: Einstufung als Terror-Anschlag - Polizei nennt Details

+++ 11.00 Uhr: Nach der Gewalttat mit fünf Toten und zwei Verletzten in der norwegischen Kleinstadt Kongsberg verdichten sich die Anzeichen auf einen terroristischen Hintergrund. Wie die Polizei mitteilte, war der festgenommene Verdächtige bereits im Fokus der Behörden. Es habe Hinweise auf eine Radikalisierung gegeben, so ein Polizeisprecher am Donnerstag. Die Hinweise deuteten an, dass der 37-jährige Däne zum Islam konvertiert sei.

Anschlag in Norwegen

Pfeil und Bogen gelten in Norwegen nicht als Waffe, sondern als Sportgerät und können deshalb von jedem frei erworben werden. Zur Jagd dürfen sie nicht eingesetzt werden.

Der Mann wird dringend verdächtigt am Mittwochabend in der Innenstadt von Kongsberg zahlreiche Menschen mit mehreren Waffen, darunter auch Pfeil und Bogen, angegriffen haben. Der Festgenommene gestand die Tat in der Nacht auf Donnerstag (s. Update v. 9.15 Uhr). Fünf Menschen wurden getötet, vier Frauen und ein Mann. Nach Angaben der Polizei sind die Opfer im Alter zwischen 50 und 70 Jahren. Außerdem wurden zwei Menschen verletzt, einer von ihnen ein Polizist, der in einem Supermarkt einkaufen war.

Polizeibeamte am Mittwochabend in Kongsberg, Norwegen.

+++ 9.15 Uhr: Der durch die Polizei festgenommene Mann hat die Tat gestanden. Wie eine Staatsanwältin dem TV-Sender TV2 erklärte, habe der Mann eingeräumt, fünf Personen mit Pfeil und Bogen getötet zu haben. Zwei weitere Menschen habe er auf diese Weise verletzt.

Das bestätigte auch der Verteidiger des Mannes: Sein Mandant habe bei einem Verhör in der Nacht auf Donnerstag zahlreiche Angaben zur Gewalttat gemacht. Am Vormittag wollen die Ermittlungsbehörden neue Details auf einer Pressekonferenz bekannt geben.

Update vom Donnerstag, 14.10.2021, 6.00 Uhr: Norwegen ist fassungslos. Fünf Menschen sind tot, zwei weitere verletzt. Ein mit Pfeil und Bogen bewaffneter Angreifer hat am Mittwochabend in der südnorwegischen Kleinstadt Kongsberg wahllos Menschen angegriffen. Wie die Polizei in der Nacht mitteilte, handelt es sich bei dem festgenommenen Mann um einen 37-jährigen Dänen. Die Polizei geht davon aus, dass er allein gehandelt hat. Die Hintergründe der Tat blieben jedoch zunächst unklar. Einen terroristischen Hintergrund schließt die Polizei nicht aus.

„Angesichts des Ablaufs der Ereignisse ist es nur natürlich zu prüfen, ob es sich um einen terroristischen Anschlag handelt“, sagte Polizeisprecher Øyvind AasÖyvind Aas auf einer Pressekonferenz. Der Verdächtige sei jedoch noch nicht befragt worden. „Es ist zu früh, um sich zu seinen Motiven zu äußern.“ Die Ermittler hielten sich „alle Möglichkeiten offen“.

Die Angriffe ereigneten sich nach Angaben der Polizei an mehreren Orten in der Stadt. Der Täter habe sich über ein größeres Gebiet hinweg bewegt. Der Polizei sei um 18.13 Uhr von mehreren Personen gemeldet worden, dass sich ein Bewaffneter durch die Stadt bewege und mit Pfeil und Bogen auf Menschen schieße, sagte der zuständige Polizeichef Øyvind Aas. Der Angreifer konnte nach Polizeiangaben rund eine halbe Stunde nach dem ersten Notruf festgenommen werden.

Mindestens vier Tote und mehrere Verletzte nach Gewalttat nahe Oslo

Update vom Mittwoch, 13.10.2021, 22.50 Uhr: Eine Einwohnerin von Kongsberg sagte der Nachrichtenagentur NTB, sie habe gehört, wie der Alarm in einem Supermarkt losgegangen sei. Dabei habe sie sich nicht viel gedacht. Dann jedoch habe sie auch Polizeiautos und Rettungswagen gehört. Die Polizei habe am Abend mit Taschenlampen Garagen und Hinterhöfe im Stadtzentrum abgesucht.

Polizisten ermitteln im Zentrum von Kongsberg nach einer Gewalttat.

„Das ist eine Tragödie für alle Betroffenen. Mir fehlen die Worte“, sagte Kongsbergs Bürgermeisterin Kari Anne Sand der norwegischen Zeitung Verdens Gang. Auch die scheidende Ministerpräsidentin Erna Solberg und Justizministerin Monica Mæland wollten sich äußern.

Wegen des Vorfalls wurde die Polizei vorübergehend bewaffnet, wie das Polizeidirektorat am späten Abend mitteilte. Es handele sich um eine Bereitschaftsmaßnahme - vorläufig gebe es keine Hinweise für eine Änderung der Bedrohungslage im Land. Auch der norwegische Geheimdienst PST wurde über den Vorfall in Kenntnis gesetzt.

Update vom Mittwoch, 13.10.2021, 22.12 Uhr: Bei der Gewalttat in Norwegen sind mindestens vier Menschen getötet worden. Das berichtetet unter anderem die Zeitung Verdens Gang am späten Mittwochabend. Zuvor hatte die Polizei über die Gewalttat in der Stadt Kongsberg südwestlich von Oslo berichtet. Ein Mann sei mutmaßlich mit Pfeil und Bogen bewaffnet gewesen und gefasst worden. Es sehe nach einem Einzeltäter aus.

Der Täter soll an mehreren Stellen im Stadtgebiet unterwegs gewesen sein, darunter in einem Lebensmittelgeschäft. Die Hintergründe blieben zunächst unklar. Nach Polizeiangaben war es noch zu früh, um die Frage zu beantworten, ob es sich um eine terroristisch motiverte Tat gehandelt haben könnte.

Attacke in Norwegen: Mehrere Tote und Verletzte

Erstmeldung vom Mittwoch, 13.10.2021, 21.06 Uhr: Oslo - Mehrere Menschen sind bei einer Gewalttat in Norwegen verletzt und getötet worden. Ein bewaffneter Täter habe am Mittwochabend (13.10.2021) gegen 18.30 Uhr im Zentrum der Stadt Kongsberg südwestlich von Oslo mehrere Menschen verletzt, es gebe auch Tote, sagte der zuständige Polizeichef Øyvind Aas am Abend auf einer Pressekonferenz. „Der Mann, der diese Tat begangen hat, ist von der Polizei festgenommen worden. Nach unseren Informationen war nur eine Person beteiligt.“

Ein Mann sei mutmaßlich mit Pfeil und Bogen bewaffnet gewesen und gefasst worden. Es sehe nach einem Einzeltäter aus. Hintergründe waren zunächst unklar. Nach Polizeiangaben war es noch zu früh, um die Frage zu beantworten, ob es sich um eine terroristisch motiverte Tat gehandelt haben könnte. Angaben zum Täter machte die Polizei nicht.

Angriff in Norwegen: Bisher keine Angaben zu den Opfern

Der Angreifer wurde in eine Polizeidienststelle in der Nachbarstadt Drammen gebracht. Nach weiteren Verdächtigen werde nicht gesucht, erklärte Aas. Die Verletzten wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Zur Zahl der Opfer und zur Schwere ihrer Verletzungen äußerten sich die Beamten in Norwegen nicht.

Nach einem Angriff in Norwegen nahe Oslo sucht die Polizei nach Spuren. Der mutmaßliche Täter wurde gefasst.

Norwegen erlebte vor zehn Jahren den schwersten Terroranschlag seiner modernen Geschichte. Am 22. Juli 2011 hatte der Rechtsterrorist Anders Behring Breivik zunächst im Osloer Regierungsviertel eine in einem weißen Transporter versteckte Bombe gezündet und dabei acht Menschen getötet.

Daraufhin fuhr er zur etwa 30 Kilometer entfernten Insel Utøya, wo er sich als Polizist ausgab und das Feuer auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des jährlichen Sommerlagers der Jugendorganisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei eröffnete. 69 Menschen, vor allem Jugendliche und junge Erwachsene, kamen auf Utøya ums Leben.* Breivik nannte rechtsextreme und islamfeindliche Motive für seine Taten. Er wurde im August 2012 zu einer langen Haftstrafe verurteilt. (cs/msb/tu mit dpa/AFP) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Pal Nordseth/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.