Notizen aus Hannover: Wegen K+S hoffentlich keine Grenzen zu Hessen

Hört und sieht aufmerksam zu: Peter Mlodoch

Göttingen/Hannover. Unser Korrespondent in Hannover, Peter Mlodoch, hat wieder Notizen in der Landeshauptstadt gesammelt.

Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Grüne) durfte in der Landtagssitzung für eine gewisse Zeit „die dunkle Seite der Macht“ verlassen. So nennt Rot-Grün intern jenen Teil der Regierungsbank, von wo aus die Minister auf die Abgeordneten der CDU herabschauen (müssen). Meyer sollte in der Fragestunde schnell für die Regierung antworten können und hatte sich dazu neben Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) gesetzt. Diese sitzen auf der „hellen Seite“, sie haben nämlich ihre eigenen Leute von SPD und Grünen vor sich. Nach dem Ausflug kehrte Ressortchef Meyer aber gern wieder auf seinen angestammten Platz zurück: „Ich sehe dem politischen Gegner lieber direkt in die Augen.“

Für klare Worte ist SPD-Mann Ronald Schminke aus Süd-Niedersachsen berühmt-berüchtigt. „Wenn die Hessen einem guten Morgen sagen, muss man erst einmal aus dem Fenster schauen, ob es nicht in Wirklichkeit tiefe Nacht ist“, lästerte der Abgeordnete beim Thema Weser-Versalzung über die angeblich mangelnde Vertrauenswürdigkeit des südlichen Nachbarn. Das löste natürlich Unruhe bei der Opposition aus. „Hoffentlich will der jetzt keine Grenzen errichten“, rief der CDU-Abgeordnete Adrian Mohr nach vorn. Landtagspräsident Bernd Busemann (CDU) versuchte schnell, die Gemüter zu besänftigen: „Wir sind uns einig, dass keiner das so nach Hessen berichtet.“

Den Landtags-Stenografen entgeht fast nichts. In der Dezember-Sitzung hatte die Grünen-Abgeordnete Miriam Staudte beim Thema Flüchtlinge CDU-Parlamentsgeschäftsführer Jens Nacke als „Dreckspatz“ tituliert. Damals merkten das weder der Redner selbst noch Landtagsvizepräsident Klaus-Peter Bachmann (SPD) als Sitzungsleiter. Später aber entdeckte Nacke das Schimpfwort im stenografischen Protokoll und schaltete den Ältestenrat ein. Ergebnis: Im Januar-Plenum erteilte Bachmann der Kollegin Staudte einen nachträglichen Ordnungsruf. Was wiederum nicht jeder nachvollziehen konnte. Das war doch liebevoll gemeint“, rief CDU-Parlamentarier Ansgar Focke dazwischen. Ein Spatz sei Nacke, seines Zeichens 1,97 Meter groß und weit über 100 Kilogramm schwer, ja nun wirklich nicht. Bachmann freilich ließ sich nicht erweichen. „Unangemessen war der Begriff trotzdem, wie liebevoll auch immer es gemeint war.“ (ymp)

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