Notizen aus Wiesbaden: „Am Ende alles Wurst“

Die letzte Plenarwoche im hessischen Landtag vor der Sommerpause. Politikredakteur Max Holscher war vor Ort in Wiesbaden und hat die Kuriositäten der Woche gesammelt.

Aus, aus, aus – der Live-Stream wird nach der Sommerpause nicht mehr die Debatten übertragen. 6000 Euro kostete das Programm den Landtag jährlich. Eine barrierefreie Übertragung mit Gebärdendolmetscher, die es nur mal testweise gab, sei zu kostspielig, entschied die Landesregierung. Also gar kein Stream mehr. Geklickt hat ihn ohnehin kaum jemand. Trotzdem schade. Der unscharfe und farblich abenteuerliche Stream war Kult. Er erinnerte an krisselige Übertragungen von Bundesliga-Testspielen aus den 90ern auf Eurosport. Manch ein SPD-Politiker wollte schon den Hut rumgehen lassen. Zu spät.

Im Landtag geht es gerne eisig zu. Zur Sommerzeit hat das etwas Gutes: Die Abgeordneten-Zimmer sind nicht klimatisiert, das Plenum schon. Kein Wunder, dass es voll wie selten war. Mit roten Köpfen schleppten sich Abgeordnete und Journalisten in das weite Rund. Draußen fast 30 Grad Celsius, drinnen angenehme 22,4 Grad. Hitzig waren die Debatten trotzdem. So musste der Vorsitzende des Landtags, an diesem Tag Frank Lortz (CDU), häufig ermahnen. „Ruhe, sonst geh ich fort (fott).“

Nach schwerer Kost gönnte sich die CDU-Fraktion nach dem letzten Sitzungstag etwas leichtes: Einen Wurst-Strauß, den Fraktionspressesprecher Christoph Weirich auf Instagram veröffentlichte. Unser Vorschlag: Als Werbegeschenk zum Vatertag verschicken. Die nächste Wahl dürfte damit gegessen sein.

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