Notizen aus Wiesbaden: Halb und Halb gesellt sich gern

Die letzte Plenarwoche im hessischen Landtag in diesem Jahr. Politikredakteur Max Holscher war vor Ort in Wiesbaden und hat die Kuriositäten der Woche gesammelt

Politiker machen nach eigenem Verständnis keine halbe Sachen. Außer wenn es ums Essen geht, oder genauer gesagt um Hähnchen. In Plenumswochen trifft sich donnerstags traditionell die Hähnchenrunde der CDU in einem nahegelegenen Restaurant. Die fiel im November allerdings aus. Der Terminkalender war im Gegensatz zu den knurrenden Mägen der Abgeordneten so proppenvoll, dass es nicht zum Gockelessen kommen konnte. Um dem Fleischentzug auszugleichen, beraumte man in dieser Woche einen Ersatztermin an. Dieses Mal wurden die Goldbroiler sogar in den Landtag geliefert. Hinter einer Wand, geschützt vor den gierigen Besucherblicken, konnte die Runde die entgangenen Kalorien aufholen – fraktionsübergreifend hatten sich sogar weitere Politiker dem Essen angeschlossen. Man könnte auch sagen: Halb und Halb gesellt sich gern.

Bei aller Ernsthaftigkeit im Landtag kann es auch mal locker zu gehen – dann heben sogar die Politiker wieder den Kopf, die zwischendurch komplett in ihre Smartphones abgetaucht sind. Anlass war dabei gerade das emotionale Thema der fehlenden Versenkerlaubnis für den Kasseler Kalihersteller K+S. Bis 2075 soll das Wasser wieder Süßwasserqualität erreichen – dann müsse man sehen, ob die Pläne von Umweltministerin Priska Hinz Erfolg gehabt hätten, sagte Timon Gremmels (SPD). Hinz schlug deshalb vor, sich in 60 Jahren im Landtag wieder zu treffen – ein ziemlich gewagter Wunsch. Gremmels wäre 99 Jahre alt, Hinz 116. Kai Klose (Grüne) meinte passend: Das ganze würde dann wohl unter dem Motto stehen: Pflege und Beruf vereinbaren.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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