Klare Verbote in zwei Bereichen gefordert

NRW und Bayern gegen Abzocke bei Kaffeefahrten

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NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft trinkt gerne Kaffee im Bus, hat aber was gegen die Abzocke bei Kaffeefahrten.

München - Rheuma-Decken Deluxe, vermeintliche Wunder-Heilmittel und fast sichere Lotto-Gewinne - bei Kaffeefahrten wird arglosen Reisenden Vieles angedreht. NRW und Bayern wollen die Reißleine ziehen.

Überteuerte Rheumadecken und vermeintliche Wundermittel - oft werden Senioren bei Kaffeefahrten von aggressiven Verkäufern übertölpelt. Nordrhein-Westfalen und Bayern wollen sich jetzt gemeinsam im Bundesrat dafür einsetzen, Abzocke auf Kaffeefahrten zumindest einzudämmen. Das kündigte NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf an.

In zwei Bereichen seien klare Verbote nötig: beim Handel mit Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln sowie mit Lotto-Verträgen bei Kaffeefahrten. Bei Medikamenten und Wundermittelchen könne es gefährlich werden, warnte der SPD-Politiker. Beim vermeintlichen Lotto-Service mit unrealistischen Gewinnchancen drohten Knebelverträge. „Wer hier unterschreibt, soll mitunter jahrelang zahlen.“

Nach Angaben des Ministers nehmen jedes Jahr bis zu fünf Millionen Bundesbürger an Kaffeefahrten teil. Gelockt werden die meist älteren Teilnehmer mit vermeintlich kostenlosen Fahrten zu interessanten Zielen. Darüber hinaus werden Geschenke und Gewinne in Aussicht gestellt.

„Doch die Realität sieht anders aus“, betonte Kutschaty. Nach stundenlanger Fahrt landeten die Reisenden an einem einsamen Ort. „Dort werden ihnen dann mit aggressiven und irreführenden Verkaufsmaschen Produkte und Dienstleistungen zu völlig überhöhten Preisen angeboten.“

Anders als bei nur überteuerten, letztlich aber harmlosen Rheumadecken werde bei Medikamenten und Pülverchen mit der Gesundheit der Reisenden gespielt. So sei etwa einem Rentner eine „Gesundheitsscheibe“ für 1500 Euro angedreht worden, die seine Knochenschmerzen wegzaubern sollte. „Natürlich konnte die Wunderscheibe das nicht“, stellte Kutschaty fest. Wegen solcher Fälle werde er im Bundesrat gemeinsam mit Bayern für verschärfte gesetzliche Rahmenbedingungen für Kaffeefahrten eintreten.

dpa

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