Wahl in NRW mit geringer Beteiligung

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Hannelore Kraft hat sich bei der Abgabe ihrer Stimme mitgebracht: Ihren Ehemann Udo (l.) und ihren Sohn Jan.

Düsseldorf - Die Landtagswahl in NRW hat begonnen. Die Wahllokale sind seit 8 Uhr geöffnet. Doch die Wahlbeteiligung könnte noch niedriger ausfallen als vor zwei Jahren.

Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hat sich am Sonntag erneut eine schwache Wahlbeteiligung abgezeichnet. Landeswahlleiterin Helga Bock teilte mit, dass bis 16.00 Uhr gut 52 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt hatten, fast genauso viele wie zur gleichen Zeit vor zwei Jahren. Bei der Landtagswahl 2010 war die Wahlbeteiligung mit 59,3 Prozent auf einen der niedrigsten Werte in der Geschichte des Landes abgerutscht.

In den größten Städten des Landes lagen die Zahlen eine Stunde vor Schließung der Wahllokale in etwa auf dem Niveau des Jahres 2010. In Köln betrug sie 53 Prozent, in Wuppertal 54 Prozent und in Essen 56 Prozent.

Wer regiert in welchem Bundesland?

Wer in welchem Bundesland regiert

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hatte ihre Stimme am Vormittag in Mülheim abgegeben. Sie unterstrich dabei die bundespolitische Bedeutung der Wahl. “Wenn es für uns gut ausgeht, für Rot-Grün, dann wäre das ein wichtiges Signal auch in Richtung Bundestagswahl“, sagte sie. Ihr Herausforderer von der CDU, Bundesumweltminister Norbert Röttgen, sagte bei seiner Stimmabgabe in Königswinter bei Bonn: “Wir haben Wahlkampf gemacht, jetzt entscheiden die Bürgerinnen und Bürger.“

Der Landtag hatte sich im März nach nur zwei Jahren aufgelöst, weil die rot-grüne Minderheitsregierung ihren Haushalt für 2012 nicht durch das Parlament bringen konnte. Bei der Landtagswahl im bevölkerungsreichsten Bundesland trat die SPD nach knapp zwei Jahren rot-grüner Minderheitsregierung als Favorit an. Ministerpräsidentin Kraft kämpfte um eine stabile rot-grüne Mehrheit. Nach den Umfragen schien diese möglich.

Wegen der gut 13,2 Millionen Wahlberechtigten gilt die Wahl in NRW auch als “kleine Bundestagswahl“. Entsprechend aufmerksam wurde der Ausgang in Berlin mit Blick auf das Bundestagswahljahr 2013 verfolgt. Die NRW-Wahl könnte Auswirkungen auf die schwarz-gelbe Regierung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) haben. Vor allem die Zukunft der seit langem kriselnden FDP unter ihrem umstrittenen Bundesvorsitzenden, Vizekanzler Philipp Rösler, steht im Mittelpunkt.

Ausgang der "kleinen Bundestagswahl" mit Spannung erwartet

Nach den Umfragen schien ein Fünf-Parteien-Parlament aus SPD, CDU, Grünen, FDP und Piratenpartei wahrscheinlich. Die Aussichten der Linken, den Wiedereinzug zu schaffen, sahen dagegen schlecht aus. Keine Partei hat in dem knapp zweimonatigen NRW-Wahlkampf bestimmte Bündnisse kategorisch ausgeschlossen. Im Endspurt warben die Parteien bis zuletzt mit geballter Politprominenz um die Gunst der Wähler.

Die Umfragen sahen die SPD bei 37 bis 38 Prozent und die CDU klar abgeschlagen bei 30 bis 31 Prozent. Die Grünen lagen bei 11, die Piraten bei 8, die FDP bei 6 und die Linke bei 3 Prozent. Um die mindestens 181 Sitze im NRW-Landtag bewerben sich 1085 Kandidaten.

dpa

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