Nach verschobener Zschäpe-Aussage

NSU-Opfer: "Ich will wissen, wie das möglich war"

+
Yvonne Boulgarides, die Witwe des Münchner NSU-Mordopfers Theodoros Boulgarides.

München - Die Hinterbliebene eines NSU-Mordopfers, Yvonne Boulgarides, erhofft sich mit der angekündigten Aussage von Beate Zschäpe Aufschluss über die Hintergründe der rechtsextremen Mordserie. 

"Mich interessiert, wie es möglich war, dass sie so viele Morde begehen konnten, obwohl man wissen musste, wo sie sind", sagte Boulgarides der Deutschen Presse-Agentur. Sie wünsche sich auch, dass Zschäpe "über die Zusammenhänge zwischen dem NSU, seinen Helfern und den Verfassungsschutzämtern" aussage. Das bisherige Schweigen der Angeklagten bezeichnete sie als "Taktik". 

Zschäpe ist die Hauptangeklagte im NSU-Prozess und muss sich für die zehn Morde und zwei Sprengstoffanschläge verantworten, die die Bundesanwaltschaft dem "Nationalsozialistischen Untergrund" vorwirft. Ihr Verteidiger Mathias Grasel hatte am Montag angekündigt, er werde am Mittwoch im Gericht eine Erklärung Zschäpes verlesen. Doch der Vorsitzende Richter Manfred Götzl unterbrach den Prozess am Dienstag für eine Woche. Wann Zschäpe dann Gelegenheit zur Aussage bekommen wird, ließ Götzl zunächst offen.

Yvonne Boulgarides ist die Witwe des NSU-Opfers Theodoros Boulgarides. Der Grieche war am 15. Juni 2005 in seinem Schlüsseldienst-Laden in München mit drei Kopfschüssen getötet worden.

Pressemitteilung zur Anklageerhebung im NSU-Prozess

Terminliste NSU-Prozess zweite Jahreshälfte 2015

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.