NSU-Prozess bis Juni unterbrochen

Angeklagte wollen aussagen

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Beate Zschäpe hat die Hände fast als würde sie beten aneinandergelegt

München - Der Prozess gegen Beate Zschäpe und vier Mitangeklagte wurde bis 4. Juni unterbrochen. Die Angeklagten Holger G. und Carsten S. haben angekündigt, vor Gericht auszusagen.

14:50 Uhr: Im NSU-Prozess haben die Angeklagten Holger G. und Carsten S. angekündigt, vor Gericht auszusagen. Die Anwälte von Beate Zschäpe erklärten hingegen in der mündlichen Verhandlung am Donnerstag erneut, dass ihre Mandantin keine Aussage machen werde. Auch André E. will sich nicht vor Gericht äußern. Die Anwältin von Ralf Wohlleben kündigte eine Erklärung der Verteidiger an. Der Prozess um die Terroranschläge des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ wurde am Donnerstag unterbrochen und soll nach den Pfingstferien am 4. Juni fortgesetzt werden.

14.15 Uhr: Der Bombenanschlag in der Kölner Keupstraße wird nicht aus dem NSU-Prozess ausgekoppelt. Das sagte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl am Donnerstag. Das Gericht hatte über eine Abtrennung dieser Tat vom übrigen Prozess nachgedacht, weil sich deshalb möglicherweise noch zahlreiche weitere Nebenkläger anschließen könnten. Sowohl die Bundesanwaltschaft als auch Nebenkläger und Verteidigung hatten sich gegen eine Abtrennung ausgesprochen.

11.20 Uhr: Jetzt schon Mittagspause bis 13.30 Uhr

10.50 Uhr: Richter Götzl meint, es gebe keine Benachteiligung bei den Mikrofonen

10.15 Uhr: Der Prozess wird wieder unterbrochen. Es gab vorher eine Diskussion um die Mikrofonanlage. Eine Opferanwältin will wissen, warum die Mikros der Bundesanwälte immer gehen, alle anderen nicht

Richter Götzl will die Techniker rufen lassen.

10 Uhr: Der Prozess beginnt

9.50 Uhr: Beate Zschäpe lässt sich wie immer mit dem Rücken zu den Fotografen ablichten 

9.40 Uhr: Die Verteidiger von Beate Zschäpe haben Redebedarf mit ihrer Mandatin. Das hat eine Justizbedienstete verkündet. Der  Prozess beginnt (mindestens) 15 Minuten später

9.30 Uhr: Der Prozess soll beginnen

Am Donnerstag kündigten die Angeklagten Holger G. und Carsten S. an, zu den Vorwürfen der Anklage Stellung zu nehmen. Bereits im Rahmen der Ermittlungen gegen den NSU hatten die beiden sich umfassend geäußert. Auf ihren Aussagen fußt die Anklage zu wesentlichen Teilen, beide befinden sich in einem Zeugenschutzprogramm.

Die Anwälte der Hauptangeklagten Beate Zschäpe erklärten hingegen erneut, ihre Mandantin werde keine Aussage machen. Auch André E. will sich nicht vor Gericht äußern. Die Anwältin von Ralf Wohlleben kündigte eine Erklärung der Verteidiger an.

Holger G. ist wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung angeklagt. Er spendete Geld, transportierte einmal eine Waffe nach Zwickau und traf sich mehrfach mit dem Trio. Außerdem überließ er Böhnhardt einen Ersatzführerschein und seinen Pass.

Bis zum nächsten Verhandlungstag in rund zwei Wochen wird sich der Senat noch mit weiteren Anträgen befassen müssen - darunter ist noch eine Rüge wegen angeblich falscher Besetzung des Gerichts.

Nebenkläger freuten sich darüber, dass der Prozess langsam in Gang zu kommen scheint. „Ich hatte das Gefühl, auch wenn es langsam ging, dass es voranging“, sagte Gamze Kubasik, deren Vater von den Terroristen erschossen wurde. „Wir erwarten, dass jetzt die Angeklagten ganz offen die Karten auf den Tisch legen“, so Rechtsanwalt Reinhard Schön, der einige Opfer des Kölner Nagelbombenattentats vertritt. „Wir sind sehr gespannt, diese Aussagen zu hören“, sagte Opferanwalt Thomas Bliwier.

Die Bundesanwaltschaft kündigte außerdem an, die sogenannte 129er-Liste zu den Akten zu geben. Diese wurde vom Bundeskriminalamt erstellt und enthält die Namen von 129 Personen aus dem Umfeld des NSU oder der Anschläge.  Auf den Listen stünden unter anderem Kontaktpersonen von Böhnhardt und Mundlos in den 90er Jahren, darüber hinaus solche, die an den Tatorten wohnten und Verbindungen zum rechten Spektrum haben.

dpa

Bilder vom Prozess

NSU-Prozess geht weiter: Bilder vom zweiten Verhandlungstag

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