NSU-Prozess in München

CDU-Politiker: "Das Kreuz bleibt im Gericht"

+
CDU/CSU-Bundestagsfraktionsvize Günter Krings erklärt, warum das Kreuz bleibt, wo es ist

Berlin - Die vom türkischen Politiker Mahmut Tanal angestoßene Debatte um das Kreuz beim NSU-Prozess ruft nun deutsche Abgeordnete auf den Plan. Für sie steht fest: "Das Kreuz bleibt" - und zwar aus gutem Grund.

Deutsche Politiker und die katholische Bischofskonferenz haben sich gegen die Forderung eines türkischen Abgeordneten gewandt, das Kreuz im Gerichtssaal des NSU-Prozesses zu entfernen. "Das Kreuz gehört dahin, wo es hängt: in den Gerichtssaal", sagte der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, laut der "Bild"-Zeitung vom Mittwoch. CDU/CSU-Bundestagsfraktionsvize Günter Krings sagte dem Blatt, das Kreuz symbolisiere Nächstenliebe und Toleranz und sei Ausdruck der christlich-abendländischen Wurzeln. "Es ist gut und richtig, auch im Gericht daran erinnert zu werden", so Krings. Der CSU-Abgeordnete Johannes Singhammer sagte der Zeitung: "Es gilt die deutsche Rechtsordnung. Das Kreuz bleibt."

Der Ticker zum ersten Prozesstag zum Nachlesen

Aktuelle Nachrichten und Hintergründe zum NSU-Prozess lesen Sie hier

Der Parlamentarier Mahmut Tanal hatte das Kreuz beim NSU-Prozess in München als "Verletzung des laizistischen Rechtsstaates" bezeichnet. Das christliche Symbol sei ein Zeichen der “Bedrohung„ für Nichtchristen, sagte Tanal, Abgeordneter der säkularistischen Oppositionspartei CHP und Mitglied der türkischen Beobachter-Delegation, laut türkischen Medien am Dienstag. Er forderte seine Entfernung.

Auch der CSU-Bundestagsabgeordnete Norbert Geis hat die Forderung zurückgewiesen, das Kreuz im Oberlandesgericht München beim NSU-Prozess gegen Beate Zschäpe abzunehmen. „Das Kreuz gehört zu unserer Kultur und es hängt schon lange in dem Saal; deshalb sollte es auch dort bleiben“, sagte Geis „Tagesspiegel.de“. Er verlangte mehr Toleranz vom türkischen Parlamentarier Mahmut Tanal, der ein Entfernen des Kreuzes gefordert hatte. „Es geht um gegenseitigen Respekt und hier kann ich von meinem türkischen Parlamentskollegen etwas mehr Toleranz erwarten“, sagte Geis.

NSU-Prozess in München - die Bilder

NSU-Prozess in München - die Bilder

kna

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.