Botschaft am Brandenburger Tor

Obamas große Rede: Weniger Atomwaffen!

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US-Präsident Barack Obama bei seiner Ansprache vor dem Brandenburger Tor

Berlin - Barack Obamas Rede vor dem Brandenburger Tor wurde mit Spannung erwartet. Die Botschaft: Atomwaffen sollen abgerüstet werden. In diesem Zusammenhang will er sich auch Russland vorknöpfen.

Barack Obama macht das selten. Der US-Präsident ist kein Kumpeltyp. Wenn er mit Staatenlenkern zusammenkommt, geht es meistens geschäftsmäßig zu. Anders am Mittwoch in Berlin. Zugewandt und fröhlich geht er auf Gastgeberin Angela Merkel zu, küsst sie auf die Wangen, legt ihr wie einer Freundin seine Hand auf den Rücken.

Obamas Rede am Brandenburger Tor zum Nachhören - mit Simultanübersetzung

Fast auf den Tag genau 50 Jahre nach seinem großen Vorbild John F. Kennedy, der mit dem Satz „Ich bin ein Berliner“ in die Geschichtsbücher einging, sprach der Präsident vor dem Brandenburger Tor in Berlin. An der Rede wurde bis in die letzten Minuten noch gefeilt.

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Bevor es hier am Nachmittag auf dem Pariser Platz vor der US-Botschaft bei sengender Hitze losgeht, spielen Musikgruppen und der Stargeiger David Garrett.

Obamas wichtigste Botschaft an diesem Tag: Die USA wollen die Zahl ihrer atomaren Sprengköpfe um bis zu ein Drittel reduzieren. Russland soll nachziehen. Mit Moskau wolle er darüber neue Verhandlungen aufnehmen, kündigte er an. Die Sicherheit der USA und die nukleare Abschreckung lasse sich auch aufrechterhalten, wenn sein Land weniger Atomwaffen besitze, sagte Obama.

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„Als Präsident habe ich nun unsere Bemühungen verstärkt, die Verbreitung von Atomwaffen zu vermeiden und die Zahl der amerikanischen Atomwaffen zu reduzieren und ihre Rolle zu verändern“, sagte Obama, als er für die entscheidenden Abrüstungsabkommen warb.

Berlin im Obama-Fieber: Der Präsident ist da

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Der Präsident kündigte zudem an, mit den Nato-Verbündeten ein neues Übereinkommen zur friedlichen Nutzung der Kernenergie auszuarbeiten. Zudem wollen die USA nach seinen Worten 2016 zu einem Atom-Gipfeltreffen einladen, um die Sicherheit von Nuklearmaterial weltweit zu verbessern. „Wir werden einen internationalen Rahmen schaffen für die friedliche Nutzung der Kernkraft und um die Ambitionen Nordkoreas und Irans bezüglich der Kernkraft in Grenzen zu halten“, sagte der US-Präsident. Weiter forderte Obama einen Vertrag, um die Produktion von spaltbarem Material zu beenden.

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Die USA verfügen laut der aktuellen Statistik des Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstituts (Sipri) zurzeit über rund 7700 Atomsprengköpfe, Russland über 8500. Großbritannien verfügt Sipri zufolge unverändert über 225 Atomsprengköpfe, Frankreich über 300, China über rund 250 und Israel über 80. Pakistan und Indien erhöhten zuletzt ihre Zahl von 90 bis 110 auf nun 100 bis 120 beziehungsweise von 80 bis 100 auf 90 bis 110.

Putin hält an russischem Atomwaffenprogramm fest

Schon kurz nach Obamas Rede ließ Kremlchef Wladimir Putin verlauten, dass Russland sein Atomwaffenarsenal vorerst nicht verringern wird. „Wir können nicht zulassen, dass das Gleichgewicht im System der strategischen Abschreckung gestört und die Wirksamkeit unserer Atomwaffenkräfte gemindert werden“, sagte Putin am Mittwoch der Agentur Ria Nowosti zufolge in St. Petersburg.

Der Präsident kündigte gleichzeitig einen Ausbau der Luft- und Weltraumverteidigung an. Bis 2020 seien dafür 3,4 Billionen Rubel (etwa 80 Milliarden Euro) vorgesehen. Putin verwies zudem darauf, dass die USA und andere Staaten weiterhin ihre Mittelstreckenraketen verbesserten.

dpa/AP

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