Obama und Medwedew unterschreiben Abrüstungsvertrag

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US-Präsident Barack Obama und Kremlchef Dmitri Medwedew unterzeichnen START-Vertrag.

Prag - US-Präsident Barack Obama und Kremlchef Dmitri Medwedew unterzeichnen am Donnerstag in Prag das umfassendste atomare Abrüstungsabkommen seit zwei Jahrzehnten.

Das Abkommen zwischen den beiden stärksten Atommächten soll ein Schritt auf dem Weg zu einer nuklearwaffenfreien Welt werden. Es sieht eine deutliche Reduzierung der jeweiligen atomaren Waffenarsenale vor. Russland behält sich jedoch das Recht vor, aus dem neuen START-Vertrag auszusteigen, sollte es die geplante US-Raketenabwehr in Europa als Bedrohung für seine Sicherheit ansehen. Im tschechischen Fernsehen sagte Medwedew, der neue START-Vertrag werde auch als Mittel gegen die Weiterverbreitung von Atomwaffen dienen. Dies habe Einfluss auf die Sicherheitslage der ganzen Welt.

Um Fragen der Weiterverbreitung von nuklearem Material wird es auf einem Gipfel Anfang kommender Woche in Washington gehen, zum dem mehr als 40 Staats- und Regierungschefs erwartet werden. Medwedew traf bereits am Mittwochabend in Prag ein. Obama, der erst in der Nacht aus Washington aufbrach, wird am Donnerstagvormittag in der tschechischen Hauptstadt erwartet. Für den US-Präsidenten gilt die Unterzeichnung des START-Abkommens nicht zuletzt als erster entscheidender außenpolitischer Erfolg seit Beginn seiner Amtszeit im Januar 2009. Außerdem ist START für Obama das Zeichen, dass sich die Beziehungen zu Russland endlich zu erwärmen beginnen.

Obama braucht Russland - vor allem im Hinblick auf das weitere Vorgehen im Atomstreit mit dem Iran. Präsident Medwedew will mit dem neuen Abkommen die russische Bereitschaft zur gleichberechtigten Zusammenarbeit mit dem Westen beweisen. Russland und die Vereinigten Staaten verpflichten sich in dem Vertrag, die Zahl der nuklearen Sprengköpfe innerhalb der nächsten sieben Jahre von je 2200 auf 1550 zu reduzieren. Die Zahl der Trägersysteme wird demnach auf jeweils 800 halbiert. Der neue Vertrag ist auf zehn Jahre ausgelegt und ersetzt den von 1991, der allerdings erst 1994 nach der Ratifizierung in Kraft getreten war.

dpa

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