Präsident mit Pony-Frisur

Obama als Komiker beim Presse-Dinner

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US-Präsident Barack Obama hat sich beim traditionellen Presse-Dinner in Washington selbst verulkt.

Washington - Obama hat schwere Tage hinter sich - aber das Lachen nicht verlernt. Bei Washingtons traditioneller Journalistenfete zeigte er sich von seiner besten humorvollen Seite. Aber in den Ulk mischte sich auch Ernst.

Knapp zwei Wochen nach dem Terroranschlag von Boston hat Präsident Barack Obama der Nation und sich wieder ein paar launige Minuten gegönnt. Beim traditionellen Gala-Dinner des Washingtoner Pressekorps am Samstagabend (Ortszeit) nahm sich Obama selbst kräftig auf die Schippe - und teilte genüsslich an andere aus. „Wenn ich in diesen Tagen in den Spiegel schaue, muss ich zugeben: Ich bin nicht mehr der stramme junge muslimische Sozialist, der ich einmal war“, ulkte der Präsident beispielsweise vor den rund 2700 Gästen im Washingtoner Hilton Hotel. „Die Zeit vergeht. Man wird grau.“

Ponyfrisur im neuen Stil der First Lady

Das Publikum war gespickt mit Hollywood-Prominenz, darunter Sharon Stone, Steven Spielberg, Michael Douglas, Kevin Spacey, Claire Danes, Robin Wright und Michael J. Fox. Aber Stargast beim alljährlichen „Correspondents' Dinner“ der beim Weißen Haus akkreditierten Journalisten ist stets der Präsident - und es wird erwartet, dass er sich von seiner besten humorvollen Seite zeigt.

Aber diesmal, so kurz nach dem Terroranschlag und der tödlichen Fabrikexplosion in Texas, mischte sich in den Spaß auch Ernst. „Dies waren sehr schwere Tage für zu viele unserer Bürger“, sagte Obama. Er erinnerte zugleich an die Einsatz-und Hilfsbereitschaft von Rettungsteams, Polizisten und Normalbürgern: „Wir haben Menschlichkeit in ihrem größten Glanz erlebt.“

Vorrangig gab sich der Präsident aber Witzeleien und Spötteleien hin - nach den Trauerreden und dem Trostspenden der vergangenen Tage genoss er es sichtlich, wieder lachen zu können. So zeigte er ein Bild von sich - mit Ponyfrisur im neuen Stil der First Lady. Er habe eingesehen, dass er in der zweiten Amtszeit eine Energiespitze benötige - „so haben wir uns einen von Michelles Tricks geborgt“.

Oval Office: Hier arbeitet der US-Präsident

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Und natürlich nahm Obama auch die Medien aufs Korn. So äußerte er Bewunderung dafür, dass CNN bemüht sei, alle Seiten einer Story zu beleuchten „für den Fall, dass eine von ihnen akkurat ist“. Generell habe er Respekt für die Presse, versicherte Obama. Er verstehe, dass sie und er selbst verschiedene Aufgaben hätten. „Mein Job ist es, Präsident zu sein, Ihr Job ist es, dafür zu sorgen, dass ich bescheiden bleibe. Offen gesagt, ich glaube, ich lege einen besseren Job hin.“

Auch der US-Kongress, oft durch Parteiengezänk gelähmt, bekam sein Fett weg. Mit Blick auf seine jüngsten verstärkten Bemühungen, das Gespräch mit republikanischen Abgeordneten und Senatoren zu suchen, verkündete der Demokrat, er habe im Zuge seiner Charme-Offensive Interessantes darüber erfahren, „was sich im Kongress tut - absolut nichts.“

Hauptredner neben Obama war Fernseh-Talkshow-Gastgeber Conan O'Brien. Der Satiriker enthüllte in Anspielung auf das Zeitungssterben in den USA, was die Vertreter der Printmedien wirklich in Scharen zum Gala-Dinner treibe: „Essen und Unterkunft.“ Dem Präsidenten bescheinigte er immerhin, erfolgreich bei der Arbeitsplatzbeschaffung zu sein: In seiner Amtszeit habe sich die Zahl der Päpste verdoppelt.

dpa

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