Oberster Datenschützer bemängelt Sicherheit der Jobbörse

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In der Agentur für Arbeit in Merseburg sitzt eine Fachangestellte für Arbeitsförderung im Servicecenter für das Internetangebot "Jobbörse".

Berlin - Die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit (BA) lädt nach Ansicht des Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar “zum Missbrauch geradezu ein

Kriminelle könnten zu Unrecht an Bewerberdaten gelangen, “etwa um persönliche Kontakte anzubahnen“, sagte Schaar der “Süddeutschen Zeitung“ vom Donnerstag. Es dürfe nicht sein, “dass sensible Bewerberdaten in falsche Hände geraten. Dies lässt sich mit dem Sozialdatenschutz in keinster Weise vereinbaren“, sagte er.

Im September fanden sich in der Jobbörse nach Angaben der BA fast 3,8 Millionen Profile von Bewerbern und knapp 600.000 Stellenangebote von mehr als 55.000 Arbeitgebern. Schaar hält dem Bericht zufolge insbesondere die Kontrollmechanismen der BA für ungenügend. Mit nur einer Geheimzahl könne ein Unternehmen bereits einen Teil der Bewerberdaten in nicht mehr anonymisierter Form einsehen und ein Stellenangebot aufgeben. Auf diese Weise könne sich jeder per E-Mail oder per Post Bewerbungsunterlagen zuschicken lassen, mit Adresse, Telefonnummer, Geburtsdaten, Zeugnissen und Lebenslauf, schreibt die Zeitung.

Schaar forderte die Bundesagentur auf, “dieses Einfalltor für Datenmissbrauch unverzüglich zu schließen“. Die Nürnberger Behörde hingegen verwies laut Bericht in einer Stellungnahme auf ihre Kontrollen: Man prüfe die Stellenangebote täglich, zumindest per Stichprobe. Außerdem gehe eine Arbeitsgruppe möglichen Missbrauchsfällen nach.

AP

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