Ösi-Presse: Deutschland droht Verösterreicherung

Wien - Die Kritik von Alt-Kanzler Helmut Kohl am Kurs der deutschen Bundesregierung ist auch im Nachbarland Österreich interessiert aufgenommen worden. Deutschland blühe eine "Verösterreicherung", spottet eine große Wiener Zeitung.  

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Die konservative Tageszeitung “Die Presse“ in Wien kommentiert die Entwicklung der deutschen Außenpolitik unter Kanzlerin Angela Merkel wie folgt: “Der verlässliche weltpolitische und europapolitische Akteur Deutschland ist unter Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Unsicherheitsfaktor verkommen. Berlin zaudert, zögert und zerbricht an seinen wenig vorbereiteten Positionen. Jüngstes Beispiel ist Libyen, wo Deutschland im vergangenen März aus dem Nato-Bündnis ausscherte und weder das gemeinsame militärische Eingreifen noch die UN-Resolution zur Flugverbotszone mittrug. (...) Jetzt versucht Berlin nachträglich den Fuß mit Wirtschaftshilfe in die Tür des Übergangsrats zu bekommen: Ein peinliches Unterfangen und die Rückkehr zur Scheckbuch-Diplomatie.

Den “Strategen“ in Berlin fehlt die Weitsicht, um ähnlich wie frühere Regierungen deutsche Interessen mit glaubwürdigem internationalen Engagement zu verknüpfen. Gerade ein Land, dem es derzeit so gut geht, sollte erkennen, dass es sich auch um das Umfeld seiner auf Exporten basierenden Wirtschaft kümmern muss. (...)Was Deutschland blüht, ist eine Verösterreicherung der Außen- und Europapolitik. Und das ist eine Drohung!“

dpa

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