Offene Flanke - Kommentar zum Rededuell Merkel/Steinbrück

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat Kanzlerin Merkel ein „Doppelspiel“ in der Euro-Krise vorgeworfen. Erstmals kam es im Bundestag zum direkten Schlagabtausch zwischen Merkel und ihrem Herausforderer. Ein Kommentar.

Seit Peer Steinbrück zum SPD-Kanzlerkandidaten erkoren wurde, ist wieder Musik im Berliner Politikbetrieb. Da verdichten sich auch eine Regierungserklärung von Angela Merkel samt Gegenrede zum einigermaßen lebhaften Potpourri.

Kanzlerin und Herausforderer trafen erstmals im direkten Rededuell aufeinander: Wahlkampf im Bundestag. Und Steinbrück stellte die Kanzlerin sogleich dort, wo sie am verletzlichsten ist: Ihre offene Flanke in der Europapolitik ist ihr leidenschaftsloser Pragmatismus, der keinen Raum lässt für Pathos und Begeisterung. Aber Emotion und Leidenschaft sind im Wortsinne notwendig, um die Menschen einzunehmen für die europäische Idee.

Nur wenn die Bürger von der politischen Kraft, letztlich dem friedenstiftenden Sinn der Union auch in Zukunft überzeugt sind, werden sie bereit sein zu weiterer Hilfe und Solidarität. Merkel hat zu lange zugelassen, dass Europa auf seinen ökonomischen Kern und seine Rentabilität reduziert wurde. Sie hat viele Regierungserklärungen zum Euro abgegeben. Eine große Rede für die alternativlose Idee des verbindenden Europa war zu lange nicht dabei. Das hat der Herausforderer gestern deutlich gemacht. Und er hat Recht damit. Dieser Wahlkampf wird spannend.

Von Jörg S. Carl

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