Wendet sich jetzt das Blatt?

Nach Pannen bei CDU und Grünen: Scholz gewinnt Umfrage-Prozente - „Stimmungslage bewegt sich“

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz spricht in einem Interview in der SPD-Parteizentrale mit Journalisten der Deutschen Presse-Agentur.
+
Olaf Scholz profitiert von der Negativ-Presse über Laschet und Baerbock.

Viele sehen beim Kampf ums Kanzleramt ein Duell zwischen Union und Grünen. Die SPD schien lange abgeschlagen. Doch ihr Kanzlerkandidat ist überzeugt: Das Blatt beginnt sich zu wenden.

Berlin - Beim Kampf um das Kanzleramt* scheint es derzeit vor allem um zwei Namen zu gehen: Annalena Baerbock und Armin Laschet. Derzeit beherrschen allerdings nicht unbedingt positive Berichte über die beiden die Berichterstattung. Baerbock soll abgeschrieben haben, Laschet lacht im Krisengebiet. Das spielt SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz* ein die Karten. Der wittert angesichts aktueller Umfragen Morgenluft für die SPD bei der Bundestagswahl im September. „Im Moment bewegt sich die politische Stimmungslage langsam in unsere Richtung, darauf setze ich“, sagte der Vizekanzler der Deutschen Presse-Agentur.

Olaf Scholz (SPD): Umfragen bescheinigen positives Auftreten

Zuletzt hatten sich Grüne und Sozialdemokraten in mehreren Umfragen zur Bundestagswahl etwas angenähert. Die SPD blieb trotzdem knapp hinter den Grünen und deutlich hinter der Union. Unterstützt wird Scholz‘ Optimismus von einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag der „Bild am Sonntag“. Demnach bewerten die Bürger sein Auftreten in der Flutkatastrophe* deutlich positiver als das von Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet und auch das der Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. Am besten schnitt allerdings die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ab.

Olaf Schloz (SPD) würde bei einer Direktwahl vorne liegen

Bei einer Direktwahl des Kanzlers läge Scholz der Insa-Umfrage zufolge vorn. Er erhielte 21 Prozent und damit drei Punkte mehr als
in der Vorwoche. Laschet käme auf 15 Prozent (minus fünf Punkte), Baerbock auf 14 Prozent. 38 Prozent würden keinen der drei Kandidaten wählen. Allerdings wird der Kanzler in Deutschland nicht direkt gewählt, die Bürger stimmen bei der Bundestagswahl über Parteien ab.

Umfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Grundsätzlich spiegeln sie nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.

Scholz: „Regierung aus drei Partnern“

Die Zeiten, in der eine Partei wie früher üblich 40 Prozent und mehr bekomme, seien erstmal vorbei, sagte Scholz. „Alles spricht dafür, dass die nächste Regierung aus drei Partnern bestehen wird.“ Der Vizekanzler betonte: „Die Bürgerinnen und Bürger haben eine Wahl, die viel weitreichender ist als das zuletzt der Fall war.“

Eine CDU-geführte Regierung würde Deutschland nach Ansicht von Scholz Wohlstand und Arbeitsplätze kosten. „Wer keinen Plan hat, sich durchwursteln will und sich der industriellen Erneuerung Deutschlands verweigert, setzt hunderttausende Arbeitsplätze aufs Spiel“, sagte der SPD-Politiker. Wenn Deutschland ein erfolgreiches Industrieland bleiben wolle, müsse etwa die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien massiv ausgebaut werden. Laschet habe diesen Ausbau als NRW-Ministerpräsident aber „mit absurden Abstandsregeln behindert“.

Deutschland stehe vor „einer gigantischen Aufgabe, einer zweiten Industriellen Revolution“, sagte Scholz. Wenn es gelinge, klimaneutral zu wirtschaften sowie die Industrie und Arbeitsplätze zu erhalten, könnte Deutschland ein Vorbild für andere Nationen sein, den Umstieg zu wagen. (dpa/jh) *merkur.de ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.Media

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.