Enkelkinderbriefe

„Oma, bitte rette die Welt für uns“ – so sollen Kinder die Wahl manipulieren

Ein Screentshor der Webseite Enkekinderbriefe.de
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Auf der Webseite werden Kinder und Jugendliche dazu aufgerufen, ihre Großeltern hinsichtlich ihrer Entscheidung zur Bundestagswahl zu manipulieren.

Kinder sollen Briefe an ihre Großeltern schreiben und diese in ihrer Wahlentscheidung manipulieren. Dahinter steckt eine Gruppe von Klimaaktivisten.

Berlin – Es kommt schon ein bisschen perfide und durchaus manipulativ daher: Auf einer Webseite im Internet werden Kinder und Jugendliche dazu animiert, ihren Großeltern Briefe zu schreiben, in denen sie ihr Omas und Opas auffordern, bei der Bundestagswahl 2021 am Sonntag, 26. September 2021, eine bestimmte Richtung zu wählen.

Ereignis:Wahl zum 20. Bundestag
Termin:26. September 2021 von 8:00 bis 18:00 Uhr
Kanzlerkandidaten:Annalena Baerbock (Bündnis90/Die Grünen), Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD)

Die Briefe, die die Kinder und Jugendliche verfassen sollen, werden dort schon fertig präsentiert. Sie müssen einfach nur per Generator zusammengestellt werden und schon kann das Manipulieren der Großeltern beginnen. Die Text-Bausteine tropfen nur so vor Panikmache vor dem Klimawandel, auch die Zukunft wird dort in Angst machender Weise präsentiert. Die „Bild“-Zeitung taufte die Webse jüngst den „Enkel-Trick der Klima-Aktivisten“.

Webseite erstellt Wahlaufforderung für Großeltern: Partei wählen, „die sich für eine starke Klimapolitik einsetzt“

Denn die stecken hinter dieser Webseite. Unter anderem wird das Portal unterstützt von den Klimaaktivisten von „Fridays for Future“. Sie wollen die Kinder dazu drängen, ihre Großeltern dahingehend zu manipulieren, dass diese eine Partei wählen, „die sich für eine starke Klimapolitik einsetzt“.

Immerhin geben die Initiatoren der Webseite vor, dass die ganze Aktion überparteilich sein soll. Welche Partei bei der ganzen Aktion allerdings ins Visier genommen werden könnte, dürfte klar sein: die Grünen.

Dabei ist den Machern kein Trick zu billlig, um die Wahlberechtigten von ihren Enkelkindern manipulieren zu lassen. An einer Stelle heißt es in den Textbausteinen: „Wenn sich die Unternehmen nicht schnell genug auf den Klimawandel einstellen, entstehen die guten Jobs mit Zukunft nicht in Deutschland, sondern eher in China oder den USA.“ Was hier suggeriert wird, ist klar: Wählen die Großeltern nicht eine Partei, die sich stark für Klimaschutz einsetzt, muss das Enkelkind schon bald wegziehen.

Weitere Bausteine des Briefgenerators

  • „Ich habe gelernt, dass der Klimawandel auch für Corona mit verantwortlich ist. Forscher*innen haben herausgefunden, dass durch die Zerstörung der Umwelt und den Anstieg der Temperaturen in Zukunft noch mehr Pandemien entstehen können.“
  • „Ich habe gelesen, dass es den Wäldern in Deutschland sehr schlecht geht und sie zu wenig Wasser haben, um gesund zu wachsen und sich gegen Schädlinge zu wehren.“
  • „Die Forschung sagt, dass extreme Wetterphänomene in Zukunft noch schlimmer werden, wenn wir nicht das Klima effektiv schützen. Auch bei uns zu Hause gibt es schon Probleme mit Hitze.“

Die Aktion hat schon breite Unterstützung gefunden. Unter anderem wirbt TV-Moderator Joko Winterscheidt für die Webseite. Aber auch bekannte Grünenpolitiker wie der politische Bundesgeschäftsführer Michael Kellner loben die Aktion in den höchsten Tönen. Kellner schrieb auf Twitter: „Tolle Aktion! Mit den Enkelkinderbriefen rufen junge Menschen dazu auf, bei der Bundestagswahl Klimaschutz zu wählen. Teilt die Aktion und macht mit. Ich kann das nur unterstützen.“

In der Union zeigt man sich entsetzt über die Aktion. CDU-Abgeordneter Christoph de Vries zur „Bild“-Zeitung: „Diese politische Instrumentalisierung von Kindern und Jugendlichen mit lauter Horrorszenarien ist abstoßend und unverantwortlich.“ * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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