OSZE, Ukrainer und Russen:

Team beobachtet Waffenruhe in Ostukraine

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Die Waffenruhe in der Ostukraine ist brüchig.

Kiew/Donezk - Zur Kontrolle der brüchigen Waffenruhe in der Ostukraine hat nach Angaben aus Kiew eine Gruppe internationaler Beobachter ihre Arbeit aufgenommen.

Ukrainer, Russen und Mitarbeiter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) koordinierten seit Freitag gemeinsam die Überwachung der Feuerpause im Konfliktgebiet, teilte der Sicherheitsrat in Kiew mit. Russische Soldaten hätten eine Sonderstatus für die Teilnahme an der Arbeitsgruppe, erklärte Sicherheitsratssprecher Andrej Lyssenko.

Die seit drei Wochen geltende Waffenruhe war in der Separatistenhochburg Donezk weiter brüchig. Der Stadtrat berichtete von Beschuss in der Nacht, bei dem mehrere Wohnhäuser beschädigt wurden. Sieben Menschen seien verletzt worden. Regierungstruppen wurden nach Militärangaben an mehreren Orten angegriffen. Die prorussischen Separatisten berichteten von drei Toten durch Armeefeuer.

Der russische OSZE-Botschafter Andrej Kelin forderte in Wien russischen Agenturen zufolge eine Untersuchung in der Ostukraine entdeckter Gräber mit mehreren Toten. Er sprach von „Kriegsverbrechen“ und verlangte, die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen. Die Aufständischen hatten nach eigener Darstellung Massengräber entdeckt. Unklar ist, wie viele Tote gefunden wurden.

UNO will nach Berichten über Leichenfunde nahe Donezk ermitteln

Die UNO will nach Berichten über den Fund mehrerer Leichen nahe der ostukrainischen Stadt Donezk eine Untersuchung dazu einleiten. Das UN-Team vor Ort werde sich angesichts von "Fehlinformationen" rund um den mutmaßlichen Leichenfund in das Gebiet begeben, sagte die Sprecherin des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte, Ravina Shamdasani, am Freitag in Genf. Bislang sei es aus Sicherheitsgründen aber nicht gelungen, an den Fundort vorzudringen.

Russische Medien hatten am Donnerstag berichtet, dass in der Nähe des Dorfes Kommunar die Leichen von drei Frauen und einem Mann gefunden worden seien. Russland warf ukrainischen Soldaten vor, die Zivilisten gefoltert und getötet zu haben. Die ukrainische Armee wies das scharf zurück und sprach von einem "neuen Beispiel der Täuschung" durch russische Medien.

Shamdasani beklagte, dass nun beide Seiten mit dem Finger aufeinander zeigten. Sie forderte über die UN-Prüfung hinaus eine unabhängige Untersuchung nach internationalen Standards, an der auch Gerichtsmediziner teilnehmen sollten. Die Verantwortung dafür liege aber bei der ukrainischen Regierung, sagte sie in Genf.

dpa

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