Mit Haushaltsscheck aus der Schwarzarbeit – Privathaushalte können Hilfe bei Minijob-Zentrale anmelden

Für ein paar Euro ganz legal

Sie bekommen ihren Lohn meist bar auf die Hand: Haushaltshilfen. Dabei ist es unkompliziert, sie legal zu beschäftigen. Foto: dpa

Berlin. Die meisten tun es: Sie zahlen bar auf die Hand fürs Putzen, Waschen oder Kinder hüten. Dabei ist der Aufwand, solche geringfügig Beschäftigten legal anzuheuern, gering, und die Abgaben dafür sind es auch. Im Gegenzug ist die Perle unfallversichert – und die Ausgaben sind von der Steuer absetzbar.

? Wann ist von einem Minijob im Haushalt die Rede?

!Wenn in einem Privathaushalt Aufgaben übernommen werden, die normalerweise auch von Familienmitgliedern erledigt werden könnten, spricht der Gesetzgeber von haushaltsnaher Dienstleistung. Handwerkerarbeiten, die normalerweise von Unternehmen übernommen werden, zählen nicht dazu. Das Monatsentgelt darf nicht über 450 Euro liegen.

?Wer übernimmt die Legalisierung der Haushaltshilfe?

!Die Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft Bahn-See ist der zentrale Ansprechpartner. Sie beantwortet Fragen zum Thema Minijob und übernimmt die Abwicklung des Melde- und Beitragsverfahrens. Bei Minijobs in Privathaushalten übernimmt sie auch die Anmeldung zur gesetzlichen Unfallversicherung und den Einzug der Beiträge für die Sozialversicherung.

? Wie funktioniert die Anmeldung?

!Mit dem Haushaltsscheck. Dieser kann bei der Minijob-Zentrale unter der Telefonnummer 0355 - 290 270 799 angefordert oder im Internet unter www.minijob-zentrale.de heruntergeladen werden. Das Ausfüllen des einseitigen Vordrucks dauert nur wenige Minuten, er muss von Arbeitgeber und Arbeitnehmer unterschrieben und dann an die Minijob-Zentrale geschickt werden. Alles andere läuft dann automatisch. Mit dem Haushaltsscheck kann die Haushaltshilfe auch wieder abgemeldet werden.

? Welche Abgaben werden fällig?

!Der Haushaltsscheck gilt als Grundlage für die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge, Umlagen und Steuern. Private Arbeitgeber zahlen für Haushaltshilfen niedrigere Pauschalbeiträge als gewerbliche Arbeitgeber für Minijobber, und zwar jeweils fünf Prozent zur Krankenversicherung und zur Rentenversicherung. Hinzu kommen 1,6 Prozent zur gesetzlichen Unfallversicherung und geringfügige Umlagen unter einem Prozent zum Ausgleich von Arbeitgeber-Aufwendungen im Krankheitsfall und bei Schwangerschaft. Insgesamt sind höchstens 14,4 Prozent des Arbeitsentgeltes an Abgaben an die Minijob-Zentrale zu zahlen. Bei 120 Euro monatlich sind dies 17,33 Euro.

? Welche Vorteile haben private Arbeitgeber von einer Anmeldung?

!Unter dem Strich kann sich die Anmeldung finanziell lohnen. Wer Steuern zahlt, dem werden bis zu 20 Prozent der gesamten Ausgaben für die private Haushaltshilfe von der Steuerschuld abgezogen. Maximal werden 510 Euro im Jahr berücksichtigt. Bei der Kinderbetreuung können Privathaushalte bis zu 4000 Euro pro Jahr und Kind als Sonderausgabe von der Steuer absetzen. Durch den Abschluss einer Unfallversicherung sichern sie sich gegen finanzielle Ansprüche im Falle eines Arbeitsunfalls ab – etwa einem Sturz von der Leiter. Außerdem umgehen Privathaushalte eine Geldbuße von bis zu 5000 Euro – denn Schwarzarbeit ist eine Ordnungswidrigkeit.

? Welche Vorteile haben Haushaltshilfen von einer Anmeldung als Minijobber?

!Minijobber in Privathaushalten bekommen brutto für netto und erlangen einen Urlaubsanspruch. Außerdem profitieren sie von einer Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Dann zahlt der Arbeitgeber den Lohn weiter, bekommt auf Antrag aber 80 Prozent von der Minijob-Zentrale erstattet. Außerdem haben Minijobber die Möglichkeit, für das Alter vorzusorgen und ihre Rente aufzustocken: Dafür müssen sie die schon vom Arbeitgeber gezahlten Rentenbeiträge - fünf Prozent des Entgelts – auf 18,9 Prozent aufstocken. (afp)

Von Christine Kellmann

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