Hausarrest beendet

Pakistan: Musharraf erwartet Freilassung

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Der pakistanische Militärführer Pervez Musharraf war nach seiner Flucht aus dem Gericht unter Hausarrest gestellt worden.

Islamabad - Der seit einem halben Jahr unter Hausarrest stehende pakistanische Ex-Präsident Musharraf kann nach Angaben seines Anwalts auf baldige Freilassung hoffen.

Nach mehr als einem halben Jahr unter Hausarrest kann der frühere pakistanische Militärmachthaber Pervez Musharraf auf baldige Freilassung auf Kaution hoffen. Ein Gericht in Islamabad habe am Montag Musharrafs diesbezüglichen Antrag auch in einem vierten und letzten Verfahren angenommen, sagte sein Anwalt Ilyas Siddiqi. Er rechne damit, dass Musharraf in den kommenden Tagen auf freien Fuß gesetzt werde.

Der Ex-Armeechef regierte Pakistan zwischen 1999 und 2008. Nach seiner Rückkehr aus dem selbsterwählten Exil wurde er im April wegen mehrerer Verfahren in seiner Villa am Rande Islamabads unter Hausarrest gestellt.

Im letzten Fall ging es um die Tötung des radikalen Predigers Abdul Rashid Ghazi bei einer Militäroperation in der Roten Moschee in Islamabad 2007. In weiteren Verfahren muss sich Musharraf im Zusammenhang mit der Ermordung von Ex-Premierministerin Benazir Bhutto 2007 und der Tötung eines Separatisten-Anführers in Baluchistan 2006 verantworten. Außerdem wird ihm der Prozess gemacht, weil er 2007 kritische Richter entließ und unter Hausarrest stellte.

Aus dem Innenministerium hieß es, auch wenn der Hausarrest aufgehoben werde, dürfe Musharraf nicht das Land verlassen, solange die Verfahren nicht abgeschlossen seien. Es gebe auch Zweifel, ob er sich angesichts der Drohungen gegen sein Leben jemals frei in Pakistan werde bewegen können. Die pakistanischen Taliban (TTP) haben angedroht, den Ex-Militärmachthaber zu ermorden.

Die Behörden arbeiteten außerdem weiter daran, Musharraf auch wegen Hochverrats vor Gericht zu bringen, sagte der Beamte des Innenministeriums weiter. Musharrafs Chef-Verteidiger Ahmed Raza Kasuri sagte, die Regierung habe keine Beweise dafür. „Wir erwarten, dass er in allen Fällen freigesprochen wird“, sagte Kasuri. „Die Anklagen gegen ihn sind politisch motiviert.“

dpa

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