Papandreou sagt USA-Reise ab - Große Sorgen in Athen

Athen - Das Schuldendrama in Griechenland nimmt immer verwirrendere Züge an: Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou sagte am Samstag eine geplante Reise in die USA ab.

Dies erfuhr die dpa aus Kreisen des Finanzministeriums in Athen am Nachmittag. Eine offizielle Erklärung der Absage der Reise lag seitens des Büros Papandreous zunächst nicht vor.

Zuvor war die eigentlich für Montag erwartete Ankunft der Experten von EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) in Athen ein zweites Mal aufgeschoben worden. Die Chefs der sogenannten “Troika“ werden demnach nicht wie ursprünglich erwartet am Montag in Athen sein. Stattdessen solle es lediglich eine Telefonkonferenz des griechischen Finanzministers Evangelos Venizelos mit den drei hohen Funktionären geben, hieß es aus Kreisen des Finanzministeriums. Die Reise der “Troika“ nach Athen war bereits zuvor einmal verschoben worden.

Griechische Medien berichteten, die Regierung mache sich nun große Sorgen um die nächste Tranche der Finanzhilfe. Finanzminister Evangelos Venizelos habe ein “äußerst negatives Klima“ beim jüngsten Finanzministertreffen der EU in Breslau festgestellt. Papandreou sei bereits auf dem Weg in die USA gewesen und kehre jetzt aus London nach Athen zurück, hieß es weiter.

Ursprünglich wollte sich Papandreou in New York auch mit der IWF-Direktorin Christine Lagarde treffen. Der Regierungschef hatte geplant, ihr zu versichern, dass Griechenland die nötigen Reformen und Sparmaßnahmen in die Wege leiten werde.

Nur, wenn die “Troika“ grünes Licht gibt, wird Griechenland die nächste Tranche seiner dringend benötigten Finanzhilfe bekommen. Griechenland hat nach offiziellen Angaben Geld bis Oktober. Kommt die Hilfe nicht, ist das Land pleite.

dpa

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