Papst der Hoffnung

Tibor Pézsa über den Reformaufruf von Papst Franziskus

Dass Papst Franziskus ein Glücksfall für die katholische Kirche werden kann, hat sich seit seiner Wahl im März vielfach angedeutet. Der Mann ist ein Menschenfischer, wie er in der Bibel steht. Das zeigte sich zunächst in scheinbaren Äußerlichkeiten - in seiner fast schon sprichwörtlichen Bescheidenheit, seiner Zugewandtheit zu den Menschen und in seiner Freiheit von Konventionen gerade auch im Kontrast zu dem wohl pompösesten Amt der Welt.

Nun folgt all dem so etwas wie ein Programm, und das bezeichnenderweise nicht in einem Lehrschreiben von hohen Gnaden, sondern in persönlichen Gesprächen auf Augenhöhe. Für den vatikanischen Hofstaat mit seinen legendären Intrigen und Geheimzirkeln dürfte dieser Neuankömmling eine Zumutung sein. Für viele Christen aber, die ihre Lebenswirklichkeit in den Verkrustungen, Skandalen und höfischen Ritualen der Kirche nicht mehr wiederfanden, ist Jorge Mario Bergoglio wie ein plötzlicher Sauerstoffstoß in einem viel zu lang ungelüfteten Zimmer.

Mit dem Franziskus-Wort von der „Kirche als Feldlazarett nach der Schlacht“ öffnet sich schlagartig die Perspektive auf den einzigen, den grundsätzlichen Auftrag der Kirche und all ihrer Mitglieder: Für die leidenden Menschen da zu sein. Und die reine Lehre, wer immer sie aufschreiben mag, hat dem zu dienen, nichts sonst. Eine historische Rückbesinnung zeichnet sich ab. tpa@hna.de

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