"Es bleibt ein Rätsel"

Missbrauch: Papst-Botschaft enttäuscht Opfer

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Papst Benedikt XVI. hat die zahlreichen Missbrauchsfaelle in der katholischen Kirche in Irland als schwere Abweichung von der christlichen Botschaft verurteilt.

Rom - Papst Benedikt XVI. hat die zahlreichen Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche in Irland als schwere Abweichung von der christlichen Botschaft verurteilt.

Der Skandal habe den Glauben der Menschen „auf fürchterliche Weise“ erschüttert und die Glaubwürdigkeit der kirchlichen Botschaft untergraben, sagte der Papst am Sonntag in einer Grußbotschaft an die irischen Katholiken. Mehrere vom Staat angeordnete Untersuchungen haben zehntausende Missbrauchsfälle zwischen den 1940er und 1990er Jahren dokumentiert.

In seiner Videobotschaft wandte sich Benedikt an rund 75.000 Gläubige bei einer Messe unter freiem Himmel in Dublin. Der Gottesdienst fand zum Abschluss des Eucharistischen Weltkongresses statt, der vom Vatikan alle vier Jahre abgehalten wird. Angesichts des Kindesmissbrauchs durch Priester gehen die Teilnehmerzahlen bei den Sonntagsmessen im katholisch geprägten Irland laut Umfragen immer weiter zurück.

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Es bleibe unklar, warum Priester ihnen anvertraute Kinder missbraucht hätten, erklärte Benedikt. „Wie erklären wir es, dass Menschen, die regelmäßig den Leib des Herrn empfingen und ihre Sünden im Sakrament der Buße beichteten, in solcher Weise sündigten?“ sagte der Papst. „Es bleibt ein Rätsel.“

Der Opferverband SNAP zeigte sich enttäuscht von der Wortwahl Benedikts. Der Papst greife zu Plattitüden und nenne die Krise nicht beim Namen, erklärte die Gruppe. „Der Papst liegt falsch: Es ist wohl kaum ein Rätsel.“ Seit mehr als einem Jahrzehnt fordern Vertreter der Missbrauchsopfer, dass die Kirchenführung in Irland und im Vatikan Verantwortung dafür übernimmt, pädophile Priester geschützt zu haben.

dapd

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