Nach mehr als zweieinhalb Jahren Haft

Ex-Regierungschefin Timoschenko ist frei

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An einem zum Protestmonument umgebauten Weihnachtsbaum hängt am 26.01.2014 auf dem Maidan in Kiew ein Porträt der inhaftierten Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko.

Kiew - Die ukrainische Oppositionsführerin Julia Timoschenko ist nach mehr als zweieinhalb Jahren Haft wieder frei. Das meldeten die Agenturen Unian und Itar-Tass am Samstag.

Die frühere Regierungschefin verließ am Samstag ein Krankenhaus in Charkow, in dem sie zuletzt festgehalten worden war, wie ein AFP-Reporter berichtete. Zuvor hatte das Parlament in Kiew mit überwältigender Mehrheit die sofortige Freilassung der inhaftierten ukrainischen Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko beschlossen. 322 der 331 der anwesenden Abgeordneten stimmten am Samstag für eine entsprechende Resolution. In dem Text werde auf eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte verwiesen, sagte der Abgeordnete Viktor Schwets von Timoschenkos Vaterlandspartei. Am Freitag hatte eine Gesetzesänderung den Weg für die Freilassung der ehemaligen Regierungschefin geebnet

„Unseren Informationen zufolge ist Julia Timoschenko in großer Gefahr“, sagte der neue Parlamentschef Alexander Turtschinow am Samstag bei der live im Fernsehen übertragenen Sitzung. Die frühere Regierungschefin wird derzeit wegen der Folgen eines Rückenleidens in einem Krankenhaus in Charkow behandelt. Die ostukrainische Millionenstadt gilt als Hochburg vonPräsident Viktor Janukowitsch. Mitglieder von Timoschenkos Partei stürmten die Klinik und versprachen, ihre Anführerin zu schützen.

Lange Haftstrafe: Julia Timoschenko im Porträt

Lange Haftstrafe: Julia Timoschenko im Porträt

Timoschenko war 2011 in einem international kritisierten Prozess wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich während ihrer Haftzeit dramatisch: Sie leidet unter starken Rückenschmerzen und trat wiederholt aus Protest gegen ihre Haftbedingungen in den Hungerstreik. Die Bundesregierung hatte sich dafür eingesetzt, dass sie in Deutschland medizinisch behandelt wird.

afp/dpa

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