Parteien gehen vor Landtagswahl in Endspurt

Hannover. Endspurt vor der Landtagswahl in Niedersachsen: Angesichts eines vorausgesagten Kopf-an-Kopf-Rennens haben die Parteien am Samstag noch einmal die Werbetrommel gerührt.

Ministerpräsident David McAllister (CDU) warb im Herzen von Hannover um Wählerstimmen, Herausforderer Stephan Weil (SPD) an einem Einkaufszentrum der Landeshauptstadt. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück verteilte in Barsinghausen bei Hannover Kartoffelpuffer, der Fraktionschef der Grünen im Bundestag, Jürgen Trittin, war ebenfalls in Hannover unterwegs. 6,1 Millionen Menschen sind am Sonntag zum Urnengang aufgerufen.

Hintergrund: Niedersachsen-Wahl in Zahlen und Fakten

 Bei der Landtagswahl in Niedersachsen kämpfen 16 Parteien um die Stimmen der rund 6,1 Millionen Wahlberechtigten. Davon treten 11 Parteien mit Landeslisten und 5 nur mit Direktkandidaten an. Insgesamt gehen 659 Kandidaten ins Rennen um ein Mandat, aus den Wahlkreisen kommen davon 584. Die übrigen haben sich nur über die Landeslisten beworben. Für die mehr als 9000 Urnen- und Briefwahlbezirke sind rund 83 000 Wahlhelfer eingeplant.

Jüngster Bewerber ist der 18-jährige Torben Franz, der sich in Nienburg für die Linke um ein Direktmandat bewirbt. Die ebenfalls 18 Jahre alte Katharina Wienken von der Piratenpartei aus Cloppenburg ist nur wenige Monate älter. Ältester Kandidat ist mit 86 Jahren der von Bündnis 21/Rentnerinnen- und Rentnerpartei aufgestellte Walter Mehring aus Laatzen bei Hannover. Älteste weibliche Bewerberin ist die 76-jährige Hildesheimerin Regina Ruberg von den Freien Wählern.

Hintergrund: Das Wahlrecht in Niedersachsen 

Der niedersächsische Landtag wird für eine Legislaturperiode von fünf Jahren gewählt und besteht aus mindestens 135 Abgeordneten. Jeder Wähler in Niedersachsen hat zwei Stimmen. Mit der Erststimme wird in 87 Wahlkreisen je ein Abgeordneter direkt gewählt. 48 Parlamentarier erhalten ihr Mandat über die Landeslisten der Parteien. Um mit einer Liste in den Landtag zu kommen, muss eine Partei mindestens 5 Prozent der Zweitstimmen bekommen.

Die Zweitstimme ist Grundlage für die Berechnung der Sitzverteilung im Landtag. Hat eine Partei mehr Direktmandate errungen, als ihr auf Grundlage des Zweitstimmenergebnisses zustehen, so behält sie diese als Überhangmandate. Dafür bekommen die anderen Parteien Ausgleichsmandate, damit das Zweitstimmenergebnis nicht verfälscht wird. Auf diese Weise hat sich 2008 die Abgeordnetenzahl in Niedersachsen um 17 Überhang- und Ausgleichsmandate erhöht. Wählen und gewählt werden darf, wer mindestens 18 Jahre alt ist, die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt und seit drei Monaten in Niedersachsen seinen Hauptwohnsitz hat.

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