Die Parteien und ihr Wunschzettel für Gauck

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Bundespräsident Joachim Gauck

Berlin - Der Präsident als Projektionsfläche: Nach der Wahl Joachim Gaucks zum Bundespräsidenten formulieren SPD und CSU ihre Erwartungen an das neue Staatsoberhaupt.

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SPD-Chef Sigmar Gabriel sagte am Montag, Gaucks Amtszeit sei eine Chance, das „fürchterlich ramponierte Amt des Bundespräsidenten“ wieder zu der Reputation zu führen, die es früher hatte. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagte, er halte die Unabhängigkeit Gaucks von Parteien für einen Vorteil. Der Bonner Politikwissenschaftler Gerd Langguth erklärte, Gauck könne ein echter Bürgerpräsident werden.

Gauck nimmt am Montag seine Amtsgeschäfte auf. Die Bundesversammlung hatte den 72-jährigen Theologen am Vortag mit gut 80 Prozent der Stimmen zum Nachfolger des im Februar zurückgetretenen Christian Wulff gewählt.

Der SPD-Vorsitzende Gabriel sagte der „Leipziger Volkszeitung“: „Schon in seiner Rede unmittelbar nach seiner Wahl hat Joachim Gauck deutlich gemacht, dass zur Freiheit für das einzelne Individuum auch die Verantwortung für die Menschen in unserer Gesellschaft gehört.“ Verantwortung bedeute auch, niemanden im Land zurück zu lassen, dafür zu sorgen, dass alle Menschen die gleichen Chancen haben.

Gratulation! Unser neuer Bundespräsident Joachim Gauck

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Seehofer sagte, nach seinen bisherigen Begegnungen mit Gauck gehe er sicher davon aus, dass der Präsident seine Unabhängigkeit auch nutzen wird. „Er wird manchen Diskurs auslösen und keine politische Seite wird ihn vereinnahmen können“, sagte der CSU-Vorsitzende. Seehofer warnte davor, von einem idealen Präsidenten als Typ zu sprechen. „Wenn etwas ideal wirkt, dann sind das meist Kunstfiguren, die gern von den Medien und der Öffentlichkeit entsprechend konstruiert werden - aber der Praxis nicht standhalten“, sagte er.

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Langguth sagte, Gauck sei ein „Menschenfischer“ und werde dem Amt nach seinem gescheiterten Vorgänger Christian Wulff sehr schnell die Würde wieder zurückgeben. Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) würden vernünftig miteinander auskommen. „Er wird bessere Reden halten, er ist intuitiv-emotional, sie intuitiv-rational. Das ergänzt sich“, sagte Langguth der „Passauer Neuen Presse“ (Montagausgabe) laut Vorabbericht. Dass Gauck kein Berufspolitiker ist, sei zwar ein Nachteil bei den täglichen Amtsgeschäften, bei der Bevölkerung aber ein großer Vorteil.

dapd

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