Parteienforscher: Piraten punkten mit Stil, nicht mit Inhalt

Erst Berlin und das Saarland, nun ein Umfragehoch: Die Piraten entern ein Parlament nach dem anderen. Über den Aufstieg der jungen Partei und die Gründe dafür sprachen wir mit dem Mainzer Politologen Prof. Jürgen Falter.

Was treibt so viele Wähler zu den Piraten?

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Prof. Jürgen Falter : Ich denke, vor allem die Unzufriedenheit mit den Austragungsformen der etablierten Politik. Da kommt eine neue Partei, die frisch und jung ist und ein völlig neues Politikangebot macht. Nicht inhaltlich - da haben die Piraten ja bisher wenig zu sagen -, sondern stilistisch.

Sind mehr Transparenz und mehr Demokratie durchs Internet ein neuer Weg?

Falter: Technischer Fortschritt bietet neue Möglichkeiten - wenn auch zunächst nur für im Internet Fortgeschrittene. „Totale Transparenz“ ist eine schöne Forderung, aber absolut nicht erstrebenswert - schließlich muss es noch vertrauliche Gespräche geben dürfen. Mehr Transparenz braucht es hingegen bei politischen Entscheidungen und Verträgen. Wenn der Bürger zahlen muss, sollte er wissen wofür.

Sind die Piraten die neuen Grünen? Oder ersetzen sie die wegschrumpfenden Liberalen?

Falter: Beides trifft zu. Die Piraten erinnern an die Grünen der frühen 80er-Jahre. Auch die haben damals einen völlig neuen Politikstil versprochen, allerdings verbunden mit klaren inhaltlichen Zielen. Die Piraten hingegen werden inhaltlich derzeit nur als Internet-Partei wahrgenommen.

Ist „Piraten“ ein guter Begriff für eine Partei?

Falter: Wenn Sie an den Film „Fluch der Karibik“ mit Johnny Depp denken - warum nicht. Der hat ja auch etwas Romantisches.

Von Monika Reuter

Das komplette Interview lesen Sie in der heutigen Printausgabe.

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