In Hamburg

Parteivize: Flüchtlingskrise "Geschenk" für die AfD

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AfD-Vize Gauland: "Natürlich verdanken wir unseren Wiederaufstieg in erster Linie der Flüchtlingskrise". Foto: Swen Pförtner

Hamburg (dpa) - Angesichts der schlechten Umfragewerte für die AfD zur Jahresmitte sieht ihr Vizevorsitzender Alexander Gauland die Flüchtlingskrise als "Geschenk" für die rechtskonservative Partei.

"Natürlich verdanken wir unseren Wiederaufstieg in erster Linie der Flüchtlingskrise", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Man kann diese Krise ein Geschenk für uns nennen", sagte er. "Sie war sehr hilfreich."

Die Alternative für Deutschland lag im Sommer wegen eines Führungs- und Richtungsstreits und einer Abspaltung in Umfragen bei 3 Prozent. Kürzlich wurde sie in einer Umfrage mit 10,5 Prozent erstmals drittstärkste Partei in Deutschland.

Der innenpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Volker Beck, warf der AfD vor, sie entlarve sich als "Rattenfänger": Der "Krisengewinnler" Gauland habe gezeigt, was für ein "Heuchlerbande" die AfD sei. "Zynisch freut man sich über Krisen, zur Bewältigung trägt man nichts bei. Jetzt müsste auch dem letzten verirrten Bürger klar sein, dass Demokraten und anständige Bürger diesen zynischen Rattenfängern nicht hinterherlaufen."

Unionsfraktionschef Volker Kauder will sich derweil ungeachtet hoher Umfragewerte für die AfD weiter auf keine Auseinandersetzung mit den Rechtspopulisten einlassen. "Aus Erfahrung weiß ich, je mehr wir über NPD, Republikaner, AfD sprechen, umso interessanter machen wir diese, sagte Kauder der Deutschen Presse-Agentur. "Deswegen möchte ich nicht darüber reden. Es wäre kontraproduktiv." Der CDU-Politiker bekräftigte das "klare Nein" der Union zu einer Koalition mit der AfD.

Der Baden-Württemberger sagte, dass diese Strategie des Ignorierens in seinem Heimatland einst bei den Republikanern nicht falsch gewesen sei. "Genau das Gegenteil ist der Fall. Nach zehn Jahren ist diese Gruppierung aus dem Landtag verschwunden." Die Republikaner saßen von 1992 bis 2001 im Parlament in Stuttgart.

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