Bunter Protest als Gegenveranstaltung zum „Trauermarsch“ von Rechtsextremisten

Partys gegen die Neonazis

Bunter Protest: 1000 Bürger demonstrierten gegen einen rechtsextremistischen „Trauermarsch“ in Bad Nenndorf. Foto: dpa

Bad Nenndorf. Bunter Protest gegen Neonazis: Mit einer Demonstration und zahlreichen Privat-Partys haben knapp 1000 Menschen in Bad Nenndorf gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremisten protestiert.

Diesmal kamen bereits deutlicher weniger Neonazis als erwartet zu dem Aufmarsch – nach Polizeiangaben waren es etwa 640 und damit 300 weniger als im Vorjahr.

Britisches Verhörzentrum

Seit 2006 versammeln sich Rechtsextremisten und Neonazis in der kleinen Kurstadt westlich von Hannover. Sie ziehen zum Wincklerbad, das von 1945 bis 1947 Verhörzentrum der britischen Besatzungsmacht war. Weil dort auch Deutsche gefoltert worden sein sollen, bezeichnen die Neonazis ihre Veranstaltung als „Trauermarsch“.

Die protestierenden Bürger ließen die Aufzugstrecke aber zu einer Partymeile werden. Sie feierten unter anderem Geburtstagspartys mit bunten Luftballons und Fähnchen. Rentner tanzten im Garten zu lauter Musik. „Die Bürger wollen sich ihren Ort nicht symbolisch von den Nazis abnehmen lassen“, erläuterte DGB-Regionssekretär Steffen Holz vom Bündnis „Bad Nenndorf ist bunt“.

Erstmals mit Sabbatfeier

Erstmals veranstaltete auch die jüdische Gemeinde ihre Sabbatfeier in unmittelbarer Nähe zur Neonazi-Demo, weil das Gemeindezentrum dorthin umgezogen ist. Allen Mitgliedern sei es wichtig gewesen, die Feier nicht abzusagen, erklärte die Gemeindevorsitzende Marina Jalowaja. „Die Älteren, die den Holocaust überlebt haben, haben Angst. Trotzdem wollen wir Sabbat feiern.“

Die Proteste gegen den Aufmarsch der schweigenden Rechtsradikalen verliefen friedlich. „Es hat keinerlei Störungen gegeben, nicht einmal Versuche“, sagte Polizeisprecher Axel Bergmann. Etwa 2000 Polizisten waren im Einsatz. (lni)

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