Hat die SPD den Spruch geklaut?

Slogan-Panne bei Peer Steinbrück

+
Peer Steinbrück macht mal wieder mit Fehltritten auf sich aufmerksam

Berlin - Erneute Panne beim SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück: Erst vor kurzem präsentierte er einen "neuen" Wahlkampfslogan seiner Partei, den hatte aber jemand anderes vor ihm.

Kurz war es ruhig um den Kanzlerkandidaten der SPD, Peer Steinbrück. Fast konnte man meinen, der Hamburger habe seine Pannenserie endgültig hinter sich gelassen. Zunächst sorgte er mit seiner Kritik am zu niedrigenKanzlergehalt für Aufregung, dann musste der ihn unterstützende "Peerblog" eingestellt werden und seine "Clown-Kritik" am italienischen Wahlkampf sorgte für kurze Zeit gar für diplomatische Irritationen zwischen Deutschland und Italien.

Peer Steinbrück: Von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen

Peer Steinbrück
Peer Steinbrück ist für derbe Sprüche bekannt. Mit provokanten Äußerungen sorgte er als SPD-Kanzlerkandidat und zuvor als Bundesfinanzminister wiederholt für Unmut, mehrfach auch im Ausland. © dpa
Peer Steinbrück
Februar 2013: Steinbrück verkündet bei einer SPD-Veranstaltung in Potsdam über die Wahl in Italien: „Bis zu einem gewissen Grad bin ich entsetzt, dass zwei Clowns gewonnen haben.“ Wegen der Äußerungen sagte Staatspräsident Giorgio Napolitano ein geplantes Abendessen mit Steinbrück ab.   © dpa
Peer Steinbrück
Dezember 2012: Kaum ist die Kritik an Steinbrücks Nebeneinnahmen leiser geworden, eckt er mit einer Bemerkung zum Kanzlerverdienst an. Der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ sagt er: „Nahezu jeder Sparkassendirektor in Nordrhein-Westfalen verdient mehr als die Kanzlerin. © dpa
Peer Steinbrück
(...) Ein Bundeskanzler oder eine Bundeskanzlerin verdient in Deutschland zu wenig - gemessen an der Leistung, die sie oder er erbringen muss und im Verhältnis zu anderen Tätigkeiten mit weit weniger Verantwortung und viel größerem Gehalt.“ Nicht nur in der Union, sondern auch in der SPD regt sich deutlicher Widerspruch. © dpa
Peer Steinbrück
Mai 2009: Als Bundesfinanzminister befürwortet Steinbrück Listen von Steuerparadiesen, auf denen auch EU-Staaten auftauchen. Mit Blick auf ein geplantes Treffen sagt er: „Selbstverständlich werde ich sie zur Nachfolgekonferenz im Juni in Berlin einladen: Luxemburg, Liechtenstein, Schweiz, Österreich, Ouagadougou.“ © dpa
Peer Steinbrück
Ouagadougou ist die Hauptstadt des afrikanischen Staates Burkina Faso. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) distanzieren sich von Steinbrücks Äußerungen. © dpa
Peer Steinbrück
März 2009: Am Rande eines Treffens der G20-Finanzminister bei London verweist Steinbrück darauf, dass der wachsende Druck auf Steueroasen Wirkung zeige: „Die Kavallerie in Fort Yuma muss nicht immer ausreiten, manchmal reicht es, wenn die Indianer wissen, dass sie da ist.“ Die Schweiz bestellt den deutschen Botschafter ein. © dpa
Peer Steinbrück
Oktober 2008: Nach einem OECD-Ministertreffen zum Thema Steuerflucht sagt der SPD-Politiker in Paris: „Wir müssen nicht nur das Zuckerbrot benutzen, sondern auch die Peitsche.“ Die Schweizer Außenministerin Micheline Calmy-Rey nennt die Aussage „inakzeptabel“. © dpa

Am vergangenen Dienstag nun stellte die SPD den Slogan vor, mit dem sie in den Bundestagswahlkampf ziehen will. Stolz lies Steinbrück seine Follower auf seinem Twitter-Account sofort wissen: "Wir haben einen Wahlkampfslogan: 'Das Wir entscheidet.'"

Eigentlich ein prägnanter Spruch, wäre da nicht ein Problem: Er ist nicht neu. Schon seit 2007 wird er von der Leiharbeitsfirma "Propartne r" benutzt. Auf deren Homepage prangt der "neue" SPD-Slogan prominent platziert.

Folgen für den Wahlkampf

Hat die SPD den Spruch also von Propartner geklaut und folgen nun rechtliche Schritte von Seiten der Firma? Der Deutschland-Chef, Christophe Cren, äußerte sich gegenüber der Bild: "Wir haben den Slogen schon seit 2007, also lange vor der SPD gehabt. Der Spruch ist aber nicht rechtlich geschützt." Glück für Peer Steinbrück und die SPD, deren Kreativabteilung sich wohl beim nächsten Mal etwas besser umsehen sollte.

bix

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.