Der Harzer Tourismusverband braucht Geld und will Steuer erheben

Pensionen sollen Abgabe zahlen

Stephan Mahnke

Ilsenburg/Goslar. Im Harz soll flächendeckend, über die Ländergrenzen von Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hinweg eine einheitliche Fremdenverkehrsabgabe erhoben werden. Dafür machte sich am Donnerstag der Harzer-Tourismusverband (HTV) bei seinem 1. Tourismus-Forum im Berghotel Ilsenburg stark. Hintergrund dafür sind massive Finanzierungsprobleme des Verbandes, wenn Ende 2013 die Zuschüsse der drei Flächenländer gestrichen werden. Damit fehlen dann für den Betrieb des zehn Mitarbeiter starken Verbandes auf einen Schlag 150 000 Euro jährlich oder 15 Prozent des Haushalts von knapp einer Million Euro.

„Mit der Fremdenverkehrsabgabe werden auch die Unternehmen eingebunden, die vom Tourismus profitieren und das sind weit mehr als nur die des Gastgewerbes“, sagte HTV Geschäftsführerin Carola Schmidt. Außerdem hätte sich die Diskussion über die ungeliebte Bettensteuer erledigt.

Die Geschäftsführerin und der Vorsitzende des HTV, Goslars Landrat Stephan Mahnke, denken bei der Einführung der Abgabe vor allem an den Einzelhandel, der nach dem Gastgewerbe der größte Profiteur des touristischen Bruttoumsatz von 1,9 Milliarden Euro im Harz ist. Außerdem müssten Campingplätze, Jugendherbergen, Pensionen und Privathäuser die Abgabe zahlen. Ein brisantes Thema.

Nach den Berechnungen des Kölner Beratungsunternehmens ift erwirtschaftet das Gastgewerbe etwa 48 Prozent des Umsatzes mit Tourismus und der Einzelhandel 33 Prozent. Freizeiteinrichtungen sind mit neun, sonstige Dienstleister mit acht und Transportunternehmen mit zwei Prozent beteiligt.

Mit diesem Volumen erreicht der Tourismus bei 52 Millionen Aufenthaltstagen im Harz einen Anteil von 7,72 Prozent am Volkseinkommen und gibt 36 200 Menschen Arbeit. Den Kommunen beschert der wichtigste Wirtschaftszweig des Mittelgebirges über die Gewerbe-, Lohn-, und Einkommensteuer jährliche Einnahmen von knapp 46 Millionen Euro. Seit 2004 sei der Umsatz um 500 Millionen Euro gestiegen und 2100 neue Arbeitsplätze geschaffen worden.

Im Vergleich zu ähnlichen Touristenregionen leiste der HTV die niedrigsten Aufwendungen pro Übernachtung. Im Harz liege diese Kennziffer bei 16 Cent, im Sauerland bei 19, im Weserbergland bei 25. im Erzgebirge bei 53 und in der Eifel bei 60 Cent.

In Niedersachsen muss der Landesgesetzgeber noch die Voraussetzungen für die Erhebung der Fremdenverkehrsabgabe schaffen für die Orte, die noch nicht als Kur- oder Erholungsort ausgewiesen sind. In den Nachbarländern Thüringen und Sachsen-Anhalt bestehen sie bereits. Fotos: Niesen

Von Hans-Peter Niesen

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.