Pensionierte Beamte sollen bei Deutschunterricht für Flüchtlinge helfen

Stellenzahl von Lehrern wird steigen: Kultusminister Alexander Lorz im Redaktionsgespräch. Foto: C. Hartung

17.000 pensionierte Lehrer will die niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) um Hilfe bei der Sprachförderung von Flüchtling bitten.

Auch in Hessen ist das ein Thema. Das sagte Hessens Kultusminister Alexander Lorz im Gespräch mit unserer Zeitung.

„Wir müssen alle Register ziehen“, sagte Lorz mit Blick auf Deutschunterricht für Flüchtlinge. Auch pensionierte Lehrer spielten dabei eine Rolle. Inwiefern das für diese interessant sein könnte, wisse er nicht. Immerhin seien die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen: Im Gegensatz zu anderen Bundesländern habe es in Hessen vor Jahren eine rechtliche Änderung gegeben, so dass Zuverdienstmöglichkeiten für pensionierte Beamte vereinfacht wurden, so Lorz. Daneben könnten auch Referendare hinzugezogen werden, um Deutsch als Zweitsprache zu unterrichten, sagte der 49-jährige CDU-Politiker. Auch Teilzeitkräfte könnten ihre Stunden aufstocken. Genaue Regelungen müssten dazu aber noch entwickelt werden.

Konkrete Zahlen, wie viele Stellen noch geschaffen werden müssten und wie viele Flüchtlinge demnächst in die Schulen kommen, nannte der Kultusminister nicht. „Wir legen uns bewusst noch auf keine Zahl fest.“ Schließlich veränderten sich diese täglich. Der Landeselternbeirat in Hessen geht davon aus, dass in Hessen in diesem Jahr rund 23 000 schulpflichtige Flüchtlinge ankommen werden.

Im November werde ein Gesamtpaket für die Haushaltsplanung mit aktualisierten Zahlen vorgelegt. Eins sei aber mit Blick auf die Lehrerzahl sicher: „Die Stellenzahl wird merklich steigen“, meint Lorz.

Derzeit sind 1280 Lehrerstellen nur für die Sprachförderung bereitgestellt worden. Über 8000 Menschen nehmen am Unterricht in Intensivklassen teil. Im Jahr zuvor waren es 4522.

Nicht miteingerechnet sind dabei andere Förderprogramme, die außerhalb von Intensivklassen laufen, wie aus Zahlen des Ministeriums hervorgeht.

Die häufig diskutierte Frage, wie gut die berufliche Qualifikation der Flüchtlinge sei, könne auch er nicht seriös beantworten. Es werde eine langfristige Herausforderung, sagt der Rechtswissenschaftler. „Aber ich glaube, dass wir profitieren werden.“

Zum heiß diskutierten Thema des umstrittenen AfD-Politikers Björn Höcke, der in Thüringen AfD-Fraktionschef ist und bis zu seinem Einzug in den thüringischen Landtag Lehrer in Bad Sooden-Allendorf (Werra-Meißner-Kreis)war, äußerte sich Lorz zurückhaltend. Höck genieße durch sein Amt Immunität. Sollte er irgendwann in den Schuldienst zurückkehren wollen, müsse man den Fall prüfen. Höcke hatte kürzlich in der Sendung von Günther Jauch eine Deutschlandfahne gezückt und mit einigen Aussagen für Diskussionen gesorgt. Ihm wird unter anderem Volksverhetzung vorgeworfen.

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