22.000 private Informationen aufgetaucht

"ISIS-Leaks": Geheimdienstchef verlor USB-Stick mit Daten

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Abu Bakr al-Bagdadi gilt als Anführer des IS.

London - Ein britischer Fernsehsender hat nach eigenen Angaben die Namen und Identitätsprofile von rund 22.000 Dschihadisten der Terrormiliz IS zugespielt bekommen.

Die Betreffenden stammen laut Sky News aus 51 Ländern, darunter Großbritannien, mehrere nordeuropäische Staaten, die USA, Kanada sowie zahlreiche Länder des Nahen Ostens und in Nordafrika. Bei einigen soll es sich um bislang unbekannte Kämpfer handeln, die nicht im Visier der Sicherheitsbehörden stehen, berichtete der Sender am Mittwochabend.

Die Akten seien dem Chef des internen Sicherheitsapparats des Islamischen Staats von einem enttäuschten IS-Mitglied gestohlen und auf einem Speichermedium an Sky News übermittelt worden. Sie basieren demnach auf Registrierungsbögen, mit denen die Betreffenden bei der Aufnahme in die Terrororganisation erfasst wurden. Vermerkt worden seien etwa Merkmale wie Blutgruppe, Ausbildung, Kampferfahrung und Kenntnisse im islamischen Scharia-Recht, aber auch Telefonnummern.

ISIS-Top-Terrorist vergisst USB-Stick

Ein Reporter des Nachrichtensenders berichtet, wie sie an den USB-Stick des Chefs des internen Geheimdienstes von Daesh gekommen sind: "Bei einem Treffen mit ihm unbekannten Männern, hat er den Datenträger vergessen. Der Mann, der uns die Daten gegeben hat, ist ein Bekannter seines Fahrers." 

Bei dem Datendieb handelt es sich laut Sky News um einen früheren Angehörigen der Freien Syrischen Armee, der sich selbst Abu Hamed nennt. Dem Informanten zufolge wolle der IS seinen jetzigen Hauptsitz vom syrischen Al-Rakka in die zentralen Wüstengebiete des Landes und letztlich in den Irak verlegen, wo die Terrormiliz ihre Wurzeln habe.Abu Hamed bekam also die Informationen vom Fahrer des ISIS-Top-Terroristen.

Datensatz listet explizit "Märtyrer" auf

Ein Datensatz habe explizit "Märtyrer" aufgelistet, die sich zu Selbstmordanschlägen bereiterklärt hätten und dafür trainiert worden seien, hieß es weiter. Unter den Tausenden Männern sind dem Bericht zufolge viele, die gleich mehrfach unbehelligt durch "Risikoländer" wie den Jemen, Libyen, Pakistan und Afghanistan gereist sind.

Da sie aber nicht kontrolliert und überwacht wurden, konnten sie im syrischen Bürgerkrieg kämpfen und danach wieder in ihre Heimatländer zurückkehren. Genau solche kampferprobten und radikalisierten Rückkehrer fürchten auch die deutschen Sicherheitsbehörden.

dpa

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